Das Geschenk des Judentums an unsere Kultur

Dennis Prager

Mit der Forderung der mosaischen Religion, dass alle sexuellen Aktivitäten in die Ehe zu kanalisieren sind, setzte eine fundamentale Veränderung der antiken Welt ein. Das Verbot von außerehelichem Sex durch die Tora war, schlicht gesprochen, das Initial der westlichen Zivilisation. Gesellschaften, die der Sexualität keine nennenswerten Grenzen setzten, gerieten ins Hintertreffen. Daher ist es legitim, die sich daraus ergebende Vorherrschaft der westlichen Welt zu einem erheblichen Maß der sexuellen Revolution zuzuschreiben, die im Judentum ihren Anfang nimmt und später vom Christentum weitergetragen wurde. Die Revolution bestand darin, den Geist der Sexualität in die Flasche der Ehe zu zwingen. Damit wurde die alles dominierende Rolle von Sexualität in der Gesellschaft zurückgedrängt. Dies war die Voraussetzung dafür, dass die allgemeine Wertschätzung von geschlechtlicher Liebe zwischen Mann und Frau wachsen konnte, (was die Entfaltung von Liebe und Eros in der Ehe als den Maßstab erst möglich machte), und der beschwerliche Prozess, den wir die Verbesserung der Stellung der Frau nennen, seinen Anfang nehmen konnte.

Eine Gesellschaft dominiert vom Sex

Aus dem Abstand von vielen Tausend Jahren ist das Ausmaß der Umwälzung kaum zu erfassen, die in der Religion Israels ihren Anfang nahm, als der Alltag des Einzelnen und die gesamten Kultur noch von einem uneingeschränkten, ungezügelten Sexualverhalten bestimmt war. Die Sexualität durchdrang praktisch alle Bereiche gesellschaftlichen Lebens, das galt in der gesamten Antike und in vielen Teilen der Welt bis in die jüngste Vergangenheit hinein.

Menschliches Sexualverhalten, vor allem das männliche, kann äußerst vielgestaltig sein, weitaus unregulierter als es bei Tieren der Fall ist. Männer hatten mit Frauen und Männern Sex; mit kleinen Mädchen und jungen Knaben; mit einem Partner und in großen Gruppen; mit vollkommen Fremden und engsten Angehörigen; und mit den verschiedensten domestizierten Tieren. Es gibt nahezu keinen Gegenstand, ob belebt oder unbelebt, der Männer nicht zum Orgasmus hätte reizen können. Natürlich haben die jeweiligen Gesellschaften nicht alle diese Praktiken gutgeheißen. Inzest zwischen Eltern und Kindern sowie die Verführung der Frau eines anderen Mannes waren meist verpönt oder geächtet, viele andere aber wurden akzeptiert. Sie veranschaulichen in ihrer Gesamtheit, wozu der nicht kanalisierte oder „unsublimierte“ Sexualtrieb, um die Terminologie Freuds zu bemühen, fähig ist.

Eine der Konsequenzen eines nicht „kanalisierten“, nicht auf die Ehe ausgerichteten Sexualtriebs ist die Sexualisierung von allem, einschließlich der Religion. Solange Sexualität nicht angemessen gezügelt wurde (das ist nicht zu verwechseln mit „unterdrückt“, was auch zerstörerisch wirkt), konnte sich keine komplexe, geistigere Form von Religiosität entwickeln.

So war das erste in der Religion Israels die „Entsexualisierung“ der Gottheit: „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde“ (1. Mose 1,1) durch seinen Willen, nicht durch irgendeine sexuelle Aktivität. Dies war ein radikaler Bruch mit allen anderen religiösen Vorstellungen, er veränderte die Geschichte der Menschheit maßgeblich.

Die Götterwelt war in der Vorstellung praktisch aller Zivilisationen sexuell aktiv. Der Ischtar-Kult des Nahen Ostens verehrte die Göttin Ischtar, die den babylonischen Heros Gilgamesch verführte. Die ägyptische Mythologie beschreibt Osiris, der sexuelle Beziehungen zu seiner Schwester, der Göttin Isis unterhielt und mit dieser den Gott Horus zeugte. Der oberste Gott in Kanaan, El, trieb es mit der Aschera. Im Hinduismus heißt es vom Gott Krischna, dass er viele Frauen hatte und Radha nachstellte; sein Sohn Samba soll Sterbliche, Männer wie Frauen, verführt haben. Nicht viel anders die Olympischen bei den Griechen: Göttervater Zeus ehelichte Hera, lauerte Menschenfrauen auf, entführte den schönen Jüngling Ganymed und masturbierte des öfteren; Poseidon heiratete Amphitrite, war scharf auf Demeter und vergewaltigte Tantalus. In Rom stiegen die Götter Männern wie Frauen nach.

Sexualisierte Religionen

Angesichts der sexuellen Aktivitäten der Götter ist es nicht verwunderlich, dass auch die religiöse Praxis die unterschiedlichsten Formen sexueller Aktivitäten aufwies. In der Antike wurden im Nahen Osten und anderswo Jungfrauen von Priestern entjungfert, bevor sie sich ihrem Ehemann hingeben durften. Sakrale und rituelle Prostitution sind nahezu universale Phänomene.

In Indien schrieben bestimmte hinduistische Kulte bis ins 20. Jahrhundert hinein den Geschlechtsverkehr zwischen Mönchen und Nonnen vor. Ehefrauen hatten Geschlechtsverkehr mit Priestern, die die Gottheit repräsentierten. Bis zur Unabhängigkeit Indiens im Jahr 1948, als diese Praxis gesetzlich unterbunden wurde, prostituierten sich Frauen und Knaben in vielen Tempeln. Chinesische Aufzeichnungen aus dem vierzehnten Jahrhundert berichten über homosexuelle Riten aus dem Tibet, die am Hof eines Mongolenkaisers praktiziert wurden. Bis in das letzte Jahrhundert hinein dienten in Sri Lanka als Frauen verkleidete Priester der Göttin Pattini und symbolisierten so die mythologische Kastration ihres Gefährten.

Das Judentum erlegte der sexuellen Aktivität Einschränkungen auf. Sex war nicht mehr die dominante Ausdrucksform in Religion und Gesellschaft. Der Geschlechtsverkehr sollte „geheiligt” werden – was im Hebräischen soviel wie „ausgesondert aus der Welt“ bedeutet – und in den Schutzraum Familie, in das eheliche Bett von Mann und Frau verlegt werden. Diese Einschränkung, die im Judentum das Sexualverhalten reguliert, hat einen wesentlichen Anteil daran, dass sich Kultur und Gesellschaft dynamisch verändern konnten – also an dem, was wir Fortschritt nennen.

Homosexuelles Verhalten wurde weltweit akzeptiert

Der revolutionäre Charakter des jüdischen Verbots aller Formen von nichtehelichem Sex zeichnet sich am radikalsten in Hinsicht auf die Homosexualität und ihre Bewertung ab. In der Tat kann man dem Judentum die Erfindung der Kategorie „Homosexualität“ zuschreiben, denn in der Antike wurde im Bereich der Sexualität nicht zwischen Heterosexualität und Homosexualität unterschieden, sondern nur zwischen „Penetrator“ (dem aktiven Partner) und dem „Penetrierten“ (dem passiven Partner).

Die Philosophin Martha Nussbaum von der Brown University weist nach, dass die geschlechtlichen Vorlieben des Einzelnen im Altertum in etwa die Bedeutung hatten wie die kulinarischen Gewohnheiten heute: „Die Kategorien für sexuelle Erfahrung im Altertum unterschieden sich beträchtlich von den unseren… Die zentrale Unterscheidung der Sexualmoral war die zwischen aktiven und passiven Rollen. Das Geschlecht des Objekts … ist in sich moralisch nicht problematisch. Knaben und Frauen gelten oftmals als austauschbare Objekte (männlichen) Verlangens. Soziales Ansehen genießt der, der penetriert, statt penetriert zu werden. Sex wird grundlegend nicht als Interaktion verstanden, sondern als einem anderen etwas antun …“ Das Judentum brachte die Wende, indem es das Objekt der Begierde in den Fokus nahm und dessen Geschlecht problematisierte. Kein Mensch sei sexuell „austauschbar“, hieß der neue Standpunkt. Dadurch erst wandelte sich das Verständnis von Sexualität vom schlichten „anderen etwas antun“ zur „grundlegenden Interaktion“.

Um das Ausmaß dieser Umwälzung zu ermessen, die durch das Verbot homosexuellen Verhaltens und die Forderung nach ausschließlich männlich-weiblicher sexueller Interaktion herbeigeführt wurde, muss man verstanden haben, welche universale Akzeptanz und Wertschätzung Homosexualität weltweit genoss und wie selbstverständlich sie praktiziert wurde. Die jüdische Zivilisation, und tausend Jahre später auch die christliche, bildeten stets eine Ausnahme. Nirgendwo außerhalb Israels war „in der archaischen Zivilisation die Homosexualität an sich verboten“, erklärt Dr. David Greenberg. Nur dort wurde sie vor etwa 3000 Jahren für verfehlt erklärt, und zwar im klarsten und eindeutigsten Duktus: „Du sollst nicht bei einem Mann liegen wie bei einer Frau; es ist ein Gräuel. Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, so haben sie getan, was ein Gräuel ist“ (3. Mose 18,22; 20,13). Es ist diese Sexualmoral und nicht die Homosexualität, die historisch gesehen von der Norm abweicht.

In seinem Buch The Construction of Homosexuality, der bislang umfassendsten historischen Untersuchung der Homosexualität, kommt Greenberg zu dem Schluss, dass sie allgegenwärtig war: „Mit nur wenigen Ausnahmen wurde männliche Homosexualität nicht gebrandmarkt oder unterdrückt, solange sie im Einklang mit bestimmten Normen im Hinblick auf Geschlecht, relatives Alter und Status der Partner stand… Zur maßgeblichen Abweichung davon scheint es nur in zwei Kontexten gekommen zu sein.“ Beide waren jüdisch geprägt.

Der zivilisatorische Einfluss der Bibel

Die hebräische Bibel, insbesondere die Tora (die „Fünf Bücher Mose“), haben mehr zur Zivilisierung der Welt beigetragen als irgendein anderes Buch oder eine andere Idee der Geschichte. Es war die hebräische Bibel, die die Menschheit mit folgenden Vorstellungen bereichert hat: vom universalen, gerechten, liebenden Gott; von der ethischen Verpflichtung diesem Gott gegenüber, vom notwendigen Fortschreiten der Geschichte auf ihre moralische und spirituelle Erlösung zu; von dem Glauben, dass Geschichte einen Sinn hat; und von der Auffassung, dass Gott jedem Menschen Freiheit und soziale Gerechtigkeit zugedacht hat. Sie brachte der Welt die Zehn Gebote, den ethischen Monotheismus, und das Konzept der Heiligung (mit dem Ziel, den Menschen von der Tierähnlichkeit zur Gottähnlichkeit zu erheben).

Wenn diese Bibel also klare moralische Satzungen formuliert, höre ich mit großem Respekt hin. Im Hinblick auf männliche Homosexualität – weibliche wird nicht erwähnt – ist sie von solcher Klarheit und Direktheit, dass ihre Ansichten auch denen einleuchten, die sich nicht zu den religiösen Hardlinern zählen. Es reicht aus, wenn man es mit seiner jüdischen oder christlichen Überzeugung ernst meint. Juden oder Christen, denen die in der Bibel formulierte Auffassung zur Homosexualität einleuchtet, brauchen sich weder Fundamentalismus noch Buchstabengläubigkeit, geschweige denn Bigotterie vorwerfen zu lassen. Die Beweislast liegt bei jenen, die behaupten, homosexuelles Verhalten sei mit dem Judentum oder Christentum vereinbar; sie müssen zeigen, wie sie diese Ansicht mit ihrer Bibel in Einklang bringen wollen.

Angesichts der unzweideutigen Position der Bibel zur Bewertung homosexuellen Verhaltens ist es unmöglich, einen solchen Einklang herzustellen. Die einzig wahrhaftige Aussage lautet: „Mir ist bewusst, dass die Bibel homosexuelles Verhalten verurteilt; ich denke aber, dass die Bibel darin irrt.“ Das wäre ein intellektuell redlicher Ansatz. Dieser Ansatz aber führt zu einem weiteren Problem. Wenn man selbst darüber befindet, welche der ethischen Maximen der Bibel ernst zu nehmen sind und welche nicht (und im Verbot homosexuellen Verhaltens geht es nicht nur um eine Aussage, sondern um eine klare Wertung: „es ist ein Gräuel“) – welche moralische Verbindlichkeit hat dann die Bibel noch?

Wähle das Leben

Das Judentum kann mit homosexuellem Verhalten keinen Frieden schließen, da es viele seiner Grundprinzipien leugnet. Es leugnet das Leben, leugnet Gottes ausdrücklichen Wunsch nach dem Zusammenleben von Mann und Frau, und leugnet jene Grundstruktur des Miteinanders, die nach jüdischer Auffassung der gesamten Menschheit gilt: die Familie.
Wollte man den Kern des Judentums in einer Aussage bündeln, böte sich der Satz aus der Tora an „Ich habe euch Leben und Tod, Segen und Fluch vorgelegt, damit du das Leben erwählst“ (5. Mose 30,19). Das Judentum bejaht alles, was Leben fördert; es stellt sich allem entgegen, was den Tod repräsentiert.

Die notwendige Einbindung der Leidenschaften in die Ehe

Gottes erste Aussage über den Menschen (im Allgemeinen, und den Mann im Besonderen) lautet: „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei“ (1. Mose 2,18). Nun hätte Gott, um das Problem des Alleinseins des Mann-Menschen zu lösen, einen anderen Mann erschaffen können, vielleicht sogar eine Gemeinschaft von Männern.

Stattdessen löste Gott das Alleinsein des Mann-Menschen durch die Erschaffung einer einzigen anderen Person, einer Frau, nicht eines Mannes und nicht einiger Frauen, nicht einer Gemeinschaft von Männern und Frauen. In der Einsamkeit des Mannes kam nicht etwa zum Ausdruck, dass ihm andere Menschen fehlten; sondern, dass ihm eine Frau fehlte.
Natürlich hält das Judentum dafür, dass auch Frauen Männer brauchen. Aber sowohl die Tora wie das jüdische Gesetz bestanden viel strikter darauf, dass Männer heiraten sollten, als Frauen. Das Judentum ist besorgt darüber, was mit den Männern und der Gesellschaft passiert, wenn Männer ihre Leidenschaften nicht in die Ehe kanalisieren.

In dieser Hinsicht bewiesen Tora und Judentum weise Voraussicht: Die überwältigende Mehrheit von Gewaltverbrechen wird von ledigen Männern begangen. So betrachtet das Judentum die Ehelosigkeit des Mannes, die in vielen Religionen als heilig gilt, als eine Sünde. Um im Vollsinn Mensch zu werden, müssen sich Mann und Frau verbinden. Mit den Worten des ersten Buchs Mose: „Gott schuf den Menschen … und schuf sie als Mann und Frau“ (1. Mose 1,27). Das Einswerden von Mann und Frau ist nicht lediglich eine lebensfrohe Idealvorstellung, sondern bildet das Herzstück der jüdischen Auffassung davon, was Menschwerdung bedeutet. Das zu verneinen hieße, einen wesentlichen Sinn des Lebens zu verneinen.
Wenige Juden müssen über die zentrale Bedeutung der Familie für das jüdische Leben belehrt werden. Durch die ganze Geschichte hindurch war eines der hervorstechendsten Merkmale des Judentums die Hochschätzung des Familienlebens.

Während das traditionelle Judentum längst nicht so viele egalitäre Tendenzen hat, wie viele Juden des ausgehenden zwanzigsten Jahrhunderts gerne sähen, war es doch die mosaische Religion – und zwar gerade aufgrund ihrer Betonung von Ehe und Familie und ihrer Ablehnung von Ehebruch und Homosexualität – die den Prozess der Frauenemanzipation ausgelöst hat. Während andere Kulturen homoerotische Poesie verfassten, besingt das Hohelied der Juden, eines der schönsten Liebesdichtungen der Welt, die sinnliche Liebe zwischen Mann und Frau.

Die Konsequenzen einer ungezügelt ausgelebten männlichen Sexualität sind ungleich zerstörerischer als im Falle der weiblichen Sexualität. Männer vergewaltigen, Frauen nicht. Männer, nicht Frauen, beschäftigen sich mit Fetischen. Männer werden häufiger von ihrem Sexualtrieb bestimmt und wechseln häufger ihre Sexualpartner. Es sind im Allgemeinen Männer, die sexuell sadistisch agieren.

Das jüdische Sexualideal

Das Judentum hat ein Sexualideal: den ehelichen Sex. Alle anderen Formen sexuellen Verhaltens, obwohl sie nicht alle gleich verwerflich sind, weichen von diesem Ideal ab. Je mehr sie abweichen, desto ausgeprägter ist die Abneigung des Judentums gegen dieses Verhalten.

Die Akzeptanz von Homosexualität als eine gleichwertige soziale, moralische oder religiöse Alternative zur Heterosexualität wäre der erste moderne Angriff auf eine jahrtausendealte, äußerst hart errungene, auf der Familie beruhende, sexuell monogame Gesellschaft. Während das heute als „Fortschritt“ etikettiert wird, ist doch die Akzeptanz der Homosexualität keinesfalls neu.

Einer Umwelt, die geschlechtliche Aktivität nach „Penetrator“ und „Penetrierten“ sortiert, setzt das Judentum entgegen: „Ihr irrt – bei der Sexualität ist zwischen Mann und Frau zu unterscheiden.“ Einer Welt gegenüber, die Frauen als Gebär maschinen ansah, die der romantischen und sexuellen Aufmerksamkeit nicht würdig waren, behauptet das Judentum: „Ihr irrt – das ausschließliche Ziel der erotischen Liebe muss die Frau sein.“ Einer Welt, die Sinneslust und einen gefälligen Körper als höchste Güter im Leben ansah, entgegnete das Judentum: „Ihr irrt – Rechtscha"enheit und Heiligkeit sind die höchsten Güter.“

Tausend Jahre, bevor der Kaiser in Rom sich mit Lustknaben vergnügte, wurden die Könige von Juda angehalten, sich ein sefer torah, ein Buch der Gesetze aufschreiben zu lassen und sich daran zu halten.

Eine hart erkämpfte Moralordnung

Die Schaffung der westlichen Zivilisation war ein äußert kra!aufwendiges und einzigartiges Unterfangen. Eine Voraussetzung dafür war die Bereitscha! zum beständigen Aufschub des Genusses und dazu, die natürlichen Antriebe neu auszurichten. Diese verordneten Übungen sind nicht immer auf Begeisterung gestoßen. Es gab zahlreiche Versuche, die jüdisch-christliche Zivilisation abzuscha"en, nicht selten durch Juden (mittels radikaler politischer Ansätze) und Christen (durch Antisemitismus).

Felsgrund dieser Zivilisation und des jüdischen Lebens bildet die Reinheit des Ehelebens und die Wertschätzung der Familie. Die Familie ist nicht einfach eine naturgegebene Einheit; sie ist vielmehr ein Gut, das es zu kultivieren und immer wieder zu schützen gilt. Die Griechen attackierten die Familie im Namen von Schönheit und Eros. Die Marxisten attackierten sie im Namen des Fortschritts. Und heute attackiert sie die Schwulenbewegung im Namen von Mitgefühl und Gleichberechtigung.

Ich kann die Gründe von Schwulen nachvollziehen; viele von ihnen haben in ihrem Leben viel erleiden müssen. Was ich nicht nachvollziehen kann, ist, warum sich Juden oder Christen diesen Angriffen anschließen. Sie wissen nicht, was auf dem Spiel steht. Auf dem Spiel steht unsere Zivilisation.

Anmerkungen

Der vorliegende Artikel ist ein Auszug aus dem Artikel „Judaism, Homosexuality and Civilization im Journal Ultimate Issues“ und wurde im NARTH Bulletin vom Dezember 1996 abgedruckt. Im Deutschen wurde er im OJC-Rundbrief Nr. 4/1997 veröffentlicht.
Für dieses Heft wurde der Text geringfügig gekürzt und vollständig neu ins Deutsche übertragen. Eine längere Version des „Ultimate Issues“ und „The Prager Perspective“ sind erhältlich bei 10573 - 15531 Lanark Street, Van Nuys, CA 91406, USA. Copyright Dennis Prager. Siehe auch: stores.dennisprager.com/Merchant2/merchant.mvc

Von

  • Dennis Prager

    US-amerikanischer Journalist, Autor, Redner und Radiotalkmaster. Dennis Prager ist Rabbiner; als Gründer und Vorsitzender des Micah Center for Ethical Monotheism veröffentlicht er das zweimonatliche Bulletin Prager Perspective. Er unterrichtete jüdische und russische Geschichte am New Yorker Brooklyn College und war Mitarbeiter an der Columbia University School of International Affairs.

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