Wie sage ich es meinem Freund
Joseph Nicolosi, Ph.D.
Von der Chance für einen homosexuell empfindenden Mann, sich einem Freund gegenüber zu öffnen. Eine Beratungshilfe für Männer, die unter ihren homosexuellen Empfindungen leiden und Veränderung suchen.
Die meisten homosexuell orientier-ten Männer sagen, dass sie sich in der Gegenwart anderer Männer nicht wirklich wohl fühlen – und zwar schon seit ihrer Kindheit. Die Forschung bestätigt diese Beobachtung: Sie zeigt, dass es einen signifikanten Zusammenhang gibt zwischen der Schwierigkeit, als Junge Beziehungen zu männlichen Gleichaltrigen einzugehen, und einer späteren homosexuellen Orientierung.
Homosexuell empfindende Klienten beschreiben oft, dass sie sich in ihrer Kindheit und Jugendzeit frustriert und abgelehnt fühlten, weil sie sich als schwach, unmännlich und nicht akzeptabel sahen und deshalb von den Aktivitäten ihrer gleichaltrigen Geschlechtsgenossen ausgeschlossen waren.
Im Erwachsenenalter ist die Beziehung der Klienten zu anderen Männern schmerzlich gestört. Der homosexuell empfindende Mann lebt in einem Konflikt zwischen dem normalen Antrieb, als „Mann unter Männern“ mit anderen Männern in Kontakt zu treten, und der Vorahnung der Scham, von ihnen als nicht „männlich genug“ befunden zu werden. Er sucht einen Mann, der ihn liebt – und gleichzeitig fürchtet er sich vor ihm. Er leidet daher chronisch, weil er sich vor dem fürchtet, was er gleichzeitig am tiefsten begehrt.
Ein Mann, der seine Homosexualität überwinden möchte, muss deshalb gerade die Herausforderung bestehen, Männerfreundschaften einzugehen, aufrecht zu erhalten und zu vertiefen. Nichterotische Intimität und Nähe zu anderen Männern ist eine Voraussetzung für die Auflösung von gleichgeschlechtlicher Anziehung. Das ist so grundlegend, dass man den Fortschritt eines Klienten daran messen kann, in welchem Grad er Intimität in seinen Freundschaften mit Männern zulässt.
Bei Therapiebeginn sagen viele homosexuell empfindende Männer, sie „hätten bereits“ enge Männerfreundschaften. Fragt man weiter nach, zeigt sich jedoch, dass es oberflächliche Beziehungen sind, denen es an Ehrlichkeit, Offenheit über das, was in ihnen vorgeht, und Gegenseitigkeit mangelt. Die anfänglich geäußerte Behauptung, schon enge Männerfreundschaften zu haben, ist eher eine Selbsttäuschung: Teilweise ist es Wunschdenken, teilweise ist es die Unfähigkeit, eine platonische, emotionale Nähe zu einem Mann wirklich einschätzen zu können.
Homosexuell orientierte Männer neigen dazu, andere Männer in Extreme einzustufen: Entweder „vergöttern“ oder „verteufeln“ sie diese. Solange ein homosexuell orientierter Klient Männer in „gut“ oder „schlecht“ aufteilt, kann er kaum ganz normale Unstimmigkeiten aushalten, die in jeder Beziehung auftreten. Die Fähigkeit, emotional mit einem anderen Mann verbunden zu bleiben, auch wenn man gerade einen Konflikt mit ihm hat, ist von entscheidender Bedeutung und stellt in der therapeutischen Arbeit eine ständige Herausforderung dar. Intimität erfordert immer, sich verletzlich zu machen und einem anderen die eigenen Gefühle zu zeigen – etwas, das der Klient ersehnt und wovor er sich gleichzeitig fürchtet. Sein natürlicher Antrieb, als Gleicher unter Gleichen mit anderen Männern in Beziehung zutreten, steht in ständigem Konflikt mit seiner automatischen Erwartung, wieder beschämt und abgelehnt zu werden.
Vier Arten von Männerfreundschaften
Ein Mann, der sich einer Therapie unterzieht, kann vier Arten von Männerfreundschaften
haben:
- Der homosexuell lebende Freund
- Der homosexuell empfindende Freund, der aber nicht so leben möchte
- Der heterosexuelle Freund
- Der heterosexuelle Freund, zu dem er sich sexuell hingezogen fühlt
- Freundschaften mit homosexuell lebenden Männern können dazu führen, dass eine erotische Anziehung entsteht und man sich gegenseitig sexuell ausnutzt. Jede Chance zur Entwicklung einer ehrlichen Freundschaft wird durch Flirten und vage, verdeckte Anspielungen – jeder schaut beim anderen nach Anzeichen sexueller Empfänglichkeit – belastet. Gegenseitige Spielchen und Manipulationen untergraben alle Versuche, eine auf Gleichheit und Gegenseitigkeit basierende Freundschaft aufzubauen. Dadurch wird der Wert einer solchen Beziehung geschmälert.
- Zölibatäre Freundschaften mit an-deren homosexuell empfindenden, aber nicht homosexuell lebenden Männern vermitteln Empathie und eine besondere Art von Verständnis. Allerdings haben andere homosexuell empfindende Männer nur ein begrenztes Potential, das „männliche Geheimnis“ aufzulösen. Das kann in der Regel nur ein heterosexueller Mann. Herausforderungen, die in diesen Beziehungen angegangen werden können, sind die gegenseitige Scham. Diese Freundschaften sollten hauptsächlich als Vorbereitung auf die Beziehung mit einem heterosexuell empfindenden Mann gesehen werden. Eine Freundschaft mit einem heterosexuell orientierten Mann fordert den homosexuell Empfindenden stärker heraus, da der heterosexuelle Mann emotional nicht so stark eingestimmt ist auf den homosexuell Empfindenden.
- Freundschaften mit heterosexuellen Männern, zu denen keine sexuelle Anziehung besteht, sind in gewisser Weise hilfreicher als diejenigen der vorigen Kategorien. Obwohl es die Lebensumstände oft mit sich bringen, dass ein Klient Kontakt zu heterosexuellen Männern bekommt, sieht er keinen Grund, eine Freundschaft zu schließen. Wenn der andere Mann sehr gewöhnlich zu sein scheint und das bekannte Gefühl der sexuellen Anziehung fehlt, äußert der homosexuell orientierte Mann oft eine Geringschätzung und Verachtung für den heterosexuellen Mann. Er geht davon aus, dass der andere uninteressant oder „langweilig“ ist. Dennoch bieten diese Freundschaften immer auch eine Chance: die Verbindung mit einem Mann.
- Freundschaften mit heterosexuellen, sexuell attraktiven Männern, von denen der Klient sich erotisch angezogen fühlt, haben das größte Potential, zur Heilung beizutragen. Nur in diesen Verbindungen kann es zur entscheidenden Umwandlung der erotischen Anziehung in wahre Freundschaft kommen; hier geschieht die Entmystifizierung des vorher fernen und geheimnisvollen Männlichen.
Eine ästhetische Bewunderung für das gute Aussehen eines Mannes und für seine männlichen Eigenschaften mögen weiterhin bleiben, auch wenn die homosexuelle Anziehung überwunden ist. Aber der Klient wird immer klarer erkennen, dass sexuelle Fantasien nicht zu einer Männerfreundschaft passen, die von gegenseitigem Respekt geprägt ist. Wenn der Klient in der Beziehung immer mehr Annahme erlebt und der andere ihm immer vertrauter wird, wird seine männliche Identität allmählich wachsen und seine homosexuellen Gefühle dadurch schwächer werden.
Diese Umwandlung und Transformation vom Sexuellen zum Brüderlichen, d.h. von Eros zu Philia, ist die wesentliche Heilungserfahrung des homosexuell empfindenden Mannes. Während dieses Prozesses verwandelt sich der andere Mann in den Augen des homosexuell Empfindenden in eine wirkliche, reale Person, die ist wie er selbst.
Von besonderem therapeutischen Wert ist es, wenn der homosexuell orientierte Mann sich seinem heterosexuellen Freund bezüglich seines inneren Kampfes mit seinen Gefühlen öffnet. Das ist eine risikoreiche und mit vielen Ängsten besetzte Herausforderung, an die besonnen und überlegt heranzugehen ist. Reagiert der andere aber verständnisvoll, wird es zu einer tiefen Heilungserfahrung kommen. Durch den offenen Austausch gewinnt die Freundschaft eine neue, tiefere Dimension von Ehrlichkeit und Intimität.
Warum sich öffnen?
Dem homosexuell orientierten Mann fällt es schwer, die Bestätigung, die er durch seinen heterosexuellen Freund erlebt, anzunehmen und zu verinnerlichen. Der Grund dafür ist, dass er den unbewussten Verdacht hat, „wenn mein heterosexueller Freund von meiner Homosexualität wüsste, würde er mich nicht akzeptieren“. Dieser Verdacht kommt aus einer verzerrten Wahrnehmung, deren Grundlage eine Scham [über das eigene Selbst und die eigene Männlichkeit] ist. Die Angst ist Ausdruck einer verinnerlichten Scham und einer dadurch verursachten verzerrten Wahrnehmung, die die Beziehung zu anderen blockieren kann.
Ein tiefgehendes Offenlegen der Gefühle bewirkt, dass der homosexuell orientierte Mann das lebenslang empfundene Gefühl der Entfremdung von anderen Männern verliert. Jedesmal, wenn jemand einem anderen gegenüber, den er als gut und wohlwollend ansieht, etwas Negatives, Peinliches oder Beschämendes über sich offenbart, und der andere hört zu und kann die Gefühle seines Gegenübers akzeptieren und verstehen, findet ein heilender Umwandlungsprozess statt. Durch diese dynamische Interaktion geschieht Wachstum der Persönlichkeit und Entwicklung der eigenen Identität.
Wie man sich einem heterosexuellen Freund anvertraut
Wenn ein homosexuell empfindender Mann einem heterosexuellen Freund von sich erzählt, sollte er sich nicht mit Begriffen wie „homosexuell“ oder „schwul“ etikettieren. Es ist besser, wenn er von seinen persönlichen Erfahrungen redet. Er kann dem anderen seine Probleme erklären, indem er über die emotionalen Defizite in seiner Kindheit spricht und über sein Bedürfnis, von anderen Männern akzeptiert und angenommen zu werden. Jedes Erwähnen homoerotischer Gefühle sollte nicht als Ausdruck einer „schwulen Identität“ beschrieben werden, sondern als Folge oder Symptom von unerfüllten männlichen Bedürfnissen aus der Kindheit.
Nach jahrelanger therapeutischer Erfahrung mit homosexuell orientierten Klienten habe ich festgestellt, dass es einen Weg gibt, wie man am besten mit einem heterosexuellen Freund reden kann. Wie schon erwähnt, sollte man nie ein Gespräch mit dem Satz beginnen: „Ich bin homosexuell.“ Viele heterosexuelle Männer sind unbewusst von populären Falschinformationen beeinflusst und neigen daher sofort dazu, ihren Freund als „schwul geboren“ anzusehen – als ob dessen unerwünschte Gefühle wirklich
sagen könnten, wer er ist. Das Gespräch mit dem heterosexuellen Freund sollte die folgenden vier Schritte beinhalten:
Familienhintergrund
„So sah die Beziehung zu meinem Vater aus ... (und die Beziehung zu meiner Mutter, zu meinem älteren Bruder) ...“ „Das habe ich in meiner Kindheit erlebt“ (sexueller Missbrauch, Einschüchterung durch Gleichaltrige usw.) – um das empfundene Defizit in der Entwicklung seiner Männlichkeit zu beschreiben, Situationen, in denen er sich nicht selbstbewusst und stark in seiner geschlechtlichen Identität (als Junge) gefühlt hat.
Die Folgen des Familienhintergrundes
„Aufgrund dieser Erfahrungen fühlte ich mich anders als die anderen Jungen. Ich wußte nicht, wie ich diesen inneren Mangel ausfüllen könnte.“
Homosexuelle Erfahrungen
„Wegen dieser Gefühle über mich selbst, begann ich nach Verbindung zur Männlichkeit und zu Männern zu suchen. Diese Suche führte dazu, dass ich Sex mit Männern hatte, der mich aber unzufrieden ließ und der nichts darüber aussagt, wer ich bin oder was meine Überzeugung ist.“
Heilung durch authentische Freundschaften
„Mir ist jetzt klar, dass ich eigentlich keinen Sex suche, sondern eine emotionale Verbindung zu anderen Männern. Unsere Freundschaft ist mir wichtig, weil sie eine Möglichkeit für mich ist, meine normalen emotionalen Bedürfnisse als Mann zu erfüllen und mir hilft, meine wahre heterosexuelle Identität zu stärken.“
Wenn der homosexuell empfindende Mann anhand dieser vier Schritte versucht, seine Situation zu erklären, verstehen es die meisten heterosexuellen Männer. Wenn der Klient sich einem reifen, fürsorglichen heterosexuellen Freund ehrlich anvertraut, wird dieser fast immer positiv reagieren.
Was der Klient von einem heterosexuellen Freund braucht
Was braucht der Klient von seinem heterosexuellen Freund?
Verständnis
Er braucht keine Bevormundung; der Freund darf ihn nicht fälschlicherweise als schwul ansehen. Der Klient braucht einen Mann, der ihn kennt und weiß, womit er innerlich kämpft. Dazu muss der Klient seinem Freund erklären, wie homosexuelle Empfindungen entstehen und welche emotionalen Defizite und ungestillten Bedürfnisse diesen unerwünschten Gefühlen zugrunde liegen.
Akzeptanz
Der Klient muss vertrauen können, dass sein Sich-öffnen in keiner Weise das unbedingte Angenommensein durch den Freund ändert, relativiert oder mindert. Diese unbedingte Annahme und Akzeptanz muss ausgesprochen und gezeigt werden.
Unterstützung
Er braucht die Unterstützung des Freundes in seinem ständigen Kampf. Der heterosexuell orientierte Freund kann den anderen aktiv ermutigen, seine Ziele zu erreichen.
Die Möglichkeit, ihm gegenüber Rechenschaft abzulegen
Er kann mit seinem Freund abmachen, dass er ihm über sein künftiges Verhalten Rechenschaft geben möchte. Es ist nicht ungewöhnlich, dass dann der Freund sich ebenfalls öffnet und in gleicher Weise den anderen bittet, dass auch er ihm gegenüber Rechenschaft ablegen darf über seine sexuellen Probleme, oft heterosexuelle Pornographie.
Manchmal kommt es zu Enttäuschungen, wenn der Freund demjenigen, der mit homosexuellen Gefühlen kämpft, zunächst zwar Unterstützung gewährt und Verständnis zeigt, danach aber das Thema nie wieder anschneidet. Dies geschieht meist deshalb, weil der Freund nicht weiß, ob er dieses Problem wieder ansprechen soll. Wir empfehlen, ausdrücklich die Bitte um Nachfragen auszusprechen: „Bitte frage mich ... .“ So fühlen sich beide Männer frei, den heilenden Dialog fortzusetzen. Andernfalls wird der homosexuell orientierte Mann aus Angst, seinen Freund „zu belästigen oder zu belasten“, vermeiden, das Thema noch einmal zu erwähnen. Am besten ist es, wenn beide Männer miteinander vereinbaren, dass der homosexuell orientierte Mann erzählt, wenn immer es zu einem homosexuellen Verhalten gekommen ist.
Jeder Schritt, sich weiter zu öffnen, baut auf dem vorherigen auf. Der Klient kann erst erfahren, welchen Gewinn ihm sein Sich-öffnen bringt, wenn er spürt, dass sein heterosexuell orientierter Freund ihn unterstützt. Dieser aber kann ihn erst unterstützen, wenn er akzeptiert –und er kann erst akzeptieren, wenn er versteht, worum es geht. Ich bin immer wieder erstaunt, wieviel Ermutigung und Unterstützung heterosexuelle Männer ihren mit homosexuellen Gefühlen kämpfenden Freunden entgegenbringen.
Wie man eine Freundschaft aufbaut
Viele Männer, die wegen ihrer unerwünschten homosexuellen Gefühle in eine Therapie kommen, sehnen sich außerordentlich stark nach männlicher Intimität, wissen aber nicht, wie Männer wirklich Freundschaft miteinander schließen. Während andere Jungen in der Latenzzeit [vor der Pubertät] lernten, wie man Freundschaften unter gleichaltrigen Geschlechtsgenossen aufbaut, lebte unser Klient meist isoliert von den anderen und versank in seinen Fantasien. Daher muss er jetzt zunächst eine Art „Crash Kurs“ machen, um überhaupt erst zu lernen, wie man als Mann Freundschaften schließt.
Der homosexuell empfindende Klient muss ein Verständnis dafür entwickeln, dass es zwei Arten von Männerfreundschaften gibt. Die eine ist die lockere Beziehung; in diese Kategorie fallen Bekanntschaften, die man vielleicht mit acht bis zehn Männern hat: Männer, die man bei der Arbeit oder im sozialen Umfeld trifft, deren Namen man kennt und mit denen man hin und wieder ungezwungene Gespräche führt. Eine völlig andere Art von Beziehung ist jedoch die enge Freundschaft, die der Klient am meisten braucht. Solche tiefen Männerfreundschaften entstehen mit einzelnen aus der Gruppe der
lockeren Beziehungen.
Widerstand
Neben der auf dem Schamgefühl basierenden Angst gibt es einen weiteren Widerstand, nämlich die negativen Projektionen des Klienten auf heterosexuelle Männer: „Wer braucht die schon?“ Der homosexuell empfindende Mann bezeichnet heterosexuelle Männer oft als grob, rüde, oberflächlich, unsensibel, engstirnig, steif, stumm und langweilig-hinterwäldlerisch.
Der Klient ist überrascht, wenn er mit der Zeit entdeckt, dass auch der heterosexuelle Mann seine Zweifel und Unsicherheiten hat. Diese Entdeckung ist ganz besonders wichtig, denn sie macht es ihm leichter, sich mit heterosexuellen Männern zu identifizieren.
Es gibt tatsächlich einige deutliche Unterschiede zwischen homosexuell lebenden und heterosexuellen Männern. Klienten, die mit homosexuellen Männern in einer Psychotherapiegruppe sind und zudem noch in einer anderen Gruppe mit heterosexuellen Männern, beobachten und beschreiben diese Unterschiede. Heterosexuelle Männer scherzen miteinander in einem offenen direkten Gerangel, ohne verdeckte Anspielungen zu machen. Sie unterbrechen sich mehr, zeigen öfter und deutlich, dass sie anderer Meinung sind und beschimpfen sich auch öfter mal freundschaftlich. Ihr Umgang hat generell herausfordernden Charakter. Homosexuell orientierte Männer dagegen kommunizieren eher indirekt miteinander, reagieren leicht verletzt auf jeden Hauch von Kritik und sind schnell dabei, die Kommentare anderer Männer falsch zu interpretieren und diesen zu unterstellen, andere absichtlich verletzen zu wollen.
Aus dem Inneren hervorlocken
Die wichtigsten männlichen Freunde des Klienten geben ihm nicht etwa ihre Männlichkeit. Sie bieten ihm jedoch die notwendige emotionale Unterstützung, damit er selbst seine nicht aktualisierte Männlichkeit aus seinem Inneren entwickeln und hervorlocken kann. Auch den Lehrer verstehen wir nicht als einen, der dem Kind „Algebra ins Gehirn hineinschüttet“, sondern als jemanden, der aus dem latenten Potential des Kindes „die bereits existierende Algebra hervorlockt“. So ist es unerlässlich für einen Mann, der mit homosexuellen Gefühlen kämpft, gute Freunde zu finden, z.B. reife, innerlich erwachsen gewordene Männer aus seiner Gemeinde, für die er wichtig ist, die ihn unterstützen und ermutigen und zu seiner Heilung beitragen.
Joseph Nicolosi, Ph.D.
Präsident von NARTH (National Association for Research and Therapy of Homosexuality), hat als Psychotherapeut (Kalifornien) weit mehr als 1.000 Männer, die ihre Homosexualität konflikthaft erlebten, begleitet.