Die paganistische RevolutionJeffrey Satinover, M.D.
Eine zentrale Frage blieb bisher unbeantwortet: Wie konnte es kommen, dass unsere Kultur die von uns allen so lange geteilte Überzeugung, homosexuelles Verhalten sei nicht erstrebenswert, aufgegeben hat? Die veränderte Sicht bezüglich Homosexualität ist allerdings nur Teil einer umfassenderen Veränderung, die unser grundlegendes Verständnis von Sexualität und Familie betrifft. Und das wiederum ist nur Teil von noch einschneidenderen Veränderungen in unserem Menschen- und Weltbild. Es scheint, als habe dieser grundlegende Wandel in den letzten zwanzig bis dreißig Jahren stattgefunden. Doch das ist eine Illusion. Tiefgreifende Veränderungen sind in der westlichen Gesellschaft seit deutlich mehr als nur drei Jahrzehnten am Keimen und Aufgehen gewesen. Durch die 1968er Revolution, in deren Zentrum eine radikal veränderte Sicht von Sexualität stand, drangen die Veränderungen nur zum ersten Mal ins Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit. Wir können die dramatischen Veränderungen in Bezug auf unsere Haltung zur Sexualität nur verstehen, wenn wir den gesamthistorischen Zusammenhang begreifen. Es hat schon vor Jahrhunderten begonnen. Anders gesagt: Die Veränderungen in unserer Einstellung zur Sexualität sind nur ein Symptom für viel bedeutsamere Veränderungen auf einer geistlichen Ebene, die alle Bereiche unseres Lebens betreffen.
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