Pornographie

Eiswüste in der Seele - Wenn Sex zur Sucht wird

Christl R. Vonholdt

Dr. Christl R. Vonholdt, Ärztin und Leiterin des Instituts für Jugend und Gesellschaft, faßt neuere Erkenntnisse zum Thema Sexsucht zusammen. Im Wesentlichen bezieht sie sich dabei auf die umfangreichen Untersuchungen, die Patrick Carnes in seinem Buch „Wenn Sex zur Sucht wird“ (Kösel, München 1992) zusammengetragen hat.

Sexuell süchtiges Verhalten ist gekennzeichnet durch die klassischen Merkmale jeder Sucht: Kontrollverlust, Machtlosigkeit, Benutzung von Sex als Betäubungsmittel und Besessenheit von der Sucht. Wie bei jeder anderen Sucht kommt es zur sog. Toleranzentwicklung, Dosissteigerung und zu Entzugssymptomen. Im Alltag findet eine zunehmende Einengung statt: Sex wird zur alles bestimmenden Lebensmitte.

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Wie Pornos die Jugend beeinflussen

Tobias-Benjamin Ottmar

Lange Zeit wurden überzeugte Christen, die vor den Gefahren des Pornokonsums warnten, von Alt-68ern und anderen vermeintlich besser aufgeklärten Leuten für ihre Ansichten verlacht: Prüde und verklemmt sei man, wenn man Pornos ablehne. Doch das Buch des Leiters der Berliner Arche, Bernd Siggelkow, und des Journalisten und Pressesprechers des Kinder- und Jugendhilfswerks, Wolfgang Büscher (beide Berlin), hat die Gesellschaft aufgerüttelt. In „Deutschlands sexuelle Tragödie“ schildern sie zwölf Einzelfälle, wie Kinder und Jugendliche nach dem Konsum von Pornografie in jungen Jahren sehr früh sexuelle Erfahrungen gesammelt haben. Immer härter, dauernd wechselnde Partner und immer abartiger scheint dabei die Devise zu sein. Die Eltern lassen dabei ihren Kindern oft freien Lauf. Ist das ein Massenphänomen oder nur einige wenige Extremfälle aus der deutschen Hauptstadt? Tobias-Benjamin Ottmar ging dieser Frage nach.

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