Destruktive Trends in der Psychotherapie

A. Dean Byrd, Ph.D.

Eine Besprechung des Buches „Destructive Trends in Mental Health: The Well-Intentioned Path to Harm“, herausgegeben von Rogers H. Wright und Nicolas A. Cummings, New York, Routledge 2005.

„Psychologie, Psychiatrie und Sozialarbeit sind einer ultraliberalen Agenda ins Netz gegangen.“

„Eine irregeleitete Political Correctness lähmt unseren Intellekt.“

„Wenn die Psychologie Höhen erreichen soll wie ein Adler, braucht sie einen linken und einen rechten Flügel.“

Diese Zitate stammen nicht aus der Feder eines radikalen, rechten Konservativen. Sie sind die Schlussfolgerung in einem neuen Buch, herausgegeben von Rogers H. Wright und Nicolas A. Cummings.

Wright und Cummings, die sich selbst als „liberale Aktivisten“ bezeichnen, haben oder hatten einflussreiche Positionen in der Amerikanischen Psychologen-Vereinigung (APA). In ihrem Buch wenden sie sich heftig gegen die Intoleranz  ihrer Kollegen.

Rogers H. Wright und Nicholas A. Cummings haben oder hatten folgende, öffentlich wahrgenommene Funktionen in der APA:

Wright war Präsident der Division 12, ist Gründungspräsident der Division 31, zudem Gründungs­präsident des Council for the Advancement of the Psychological Professions and Sciences (CAPPS), Fellow der APA, klinischer Psychologe, angesehenes Mitglied der National Academies of Practice und erhielt ein Ehren­doktorat.

Cummings ist angesehener Professor der Universität von Nevada, Präsident der Cummings Foundation for Behavioral Health, Vorstandsvorsitzender der Nicholas and Dorothy Cummings Foundation und der CareIntegra. Er war Präsident der APA-Division 12 und 29, hat fünfmal die Ehrendoktorwürde für seine Leistungen in Psychologie, Erziehung und klassischer griechischer Literatur erhalten. Für sein Lebenswerk als Psychologe erhielt er die Psychologie-Goldmedaille.

Ihr neues Buch wird von zahlreichen, in der Öffentlichkeit ausgezeichneten Wissenschaftlern unterstützt, u.a. von Robert Perloff (früher APA-Vorsitzender), Arnold Lazarus, Martin Kalb, Michael Hoyt, Fred Baughman, Jack G. Wiggins (auch früher APA-Vorsitzender), Robyn Dawes und David Stein.

Die Herausgeber führen darin zwingende Argumente dafür an, dass es in den therapeutischen Berufen viele zerstörerische Trends gibt, vor allem in der Psychologie, aber auch in der Psychiatrie und Sozialarbeit. Als Insider zeigen sie auf, wie in der APA politischer Aktivismus als Wissenschaft ausgegeben und „Vielfalt“ (Diversity) umdefiniert wird, um einer eng-geführten Politisierung zu entsprechen, in der die Ansichten anderer nicht nur generell abgelehnt, sondern ihre Vertreter direkt bestraft werden.

Die Autoren verurteilen die APA, weil diese nur den von ihr favorisierten Auffassungen ein Forum zur Verfügung stelle. Insbesondere zeigen sie auf, wie die Psychologie unterminiert wird dadurch, dass die APA Resolutionen und öffentliche Stellungnahmen verfasst mit Inhalten, zu denen es kaum oder nicht ausreichende wissenschaftliche Grundlagen gibt. Solche „Prostitution“ der Psychologie durch Aktivisten-Gruppen innerhalb der APA, sagen die Buch-Herausgeber, tragen zum Niedergang der APA als einer wissenschaftlichen Organisation bei. „Psychologie und Therapie“, so Cummings, „haben sich von wissenschaftlicher Integrität und freier  Forschung verabschiedet, ebenso wie von einer Praxis, die mitfühlt und das Wohl des Patienten als oberste Priorität hat.“ (S. xiii).

Cummings und Wright sind der Auffassung, dass „Psychologie, Psychiatrie und Sozialarbeit einer  ultraliberalen Agenda ins Netz gegangen sind.“ (S. xiii) Sie stimmen der Agenda zwar in einigen Punkten als private Bürger zu, doch äußern sie tiefe Besorgnis darüber, welchen Schaden diese Agenda der Psychologie als Wissenschaft und für die praktische Berufsausübung zufügt und welcher Schaden für die Glaubwürdigkeit von Psychologen als Fachleuten dadurch entsteht.

Sie beziehen sich auf ein von der ehemaligen APA-Präsidentin Leona Tyler formuliertes Prinzip, wonach die APA als Organisation nur Ansichten vertreten sollte, die auf „wissenschaftlichen Daten und nachweisbarer Berufserfahrung“ basieren.

(S. xiv) Einzelne Psychologen oder Psychologengruppen können daneben als private Bürger, die bestimmte Anliegen haben, sich für diese einsetzen. Die Autoren verurteilen jedoch die „von einer Agenda gesteuerten Ideologien“ in der APA, die die Psychologie als Wissenschaft aushöhlen. Sie schreiben: „Die APA hat eine Ideologie über die Wissenschaft gestellt und so ihren eigenen Einfluss auf Entscheidungsträger in unserer Gesellschaft geschmälert.“ (S. xiv)

Weiter heißt es: „In der Psychologie gibt es heute Themengebiete, die als politisch nicht korrekt gelten, zu ihnen wird nicht publiziert, sie werden auch finanziell nicht gefördert. Die Herausgeber der wissenschaftlichen Zeitschriften bestimmen durch diejenigen, die sie für die Peer-Reviews auswählen, was veröffentlicht werden darf... Es gibt eine Zensur... Der Monitor on Psychology1 hasst zwar gelenkte Betreuung (managed care2), liebt jedoch gelenkte Nachrichten (managed news).” (S. xiv)

Wright und Cummings äußern ihre Besorgnis über die „sich ständig vermehrenden Therapieformen, die nicht nur nie auf ihre Validität hin geprüft wurden, sondern auch unverantwortlich sind und sich im Nachhinein oft als schädlich herausstellen.“ (S. xv) So habe beispielsweise „die Gesellschaft aufgrund des ’False Memory Syndroms’ Väter über mehrere Jahre ins Gefängnis gesteckt und sie dann nach Jahren endlich rehabilitiert und wieder entlassen, nachdem die Kläger erkannt hatten, dass bestimmte ’Erinnerungen’ in sie hineingelegt worden waren.“ (S. xv) Dabei verloren Therapeuten ihre Zulassung und mussten sich mit Gerichtsverfahren herumplagen.3

Cummings schreibt, er und sein Mit-Herausgeber hätten die „entsetzliche“ McCarthy-Ära und die Hollywood-Hexenjagden erlebt, doch „eine solche heimtückische geistige Einschüchterung wie heute im Namen der Political Correctness“ habe es damals nicht gegeben. (S. xv) „Eine irregeleitete Political Correctness lähmt heute unseren Intellekt. Auf diejenigen, die als konservativ gelten, blickt man herab, als mangele es ihnen an Intelligenz.“ (S. xv)

Wie tiefgreifend diese Einschüchterung heute ist, bemerkten die Herausgeber erst wirklich, als sie potentielle Mitautoren für ihr Buch anfragten: „Viele lehnten eine Mitarbeit ab, weil sie Angst hatten, ihren Job oder guten Ruf zu verlieren, und berichteten von Lächerlich-gemacht-werden und sogar von bösartigen Angriffen...“ (S. xv) Cummings und Wright ziehen den Schluss: „Politische Vielfalt gibt es in den therapeutischen Berufsgruppen nicht. Die meisten Psychologen und Sozialarbeiter leben wie in einer Luftblase. Es kommt so selten vor, dass jemand einem Kollegen aus ideologischen Gründen widerspricht, dass alle glauben, jeder intelligente Mensch würde schon dasselbe denken. Man weiß zwar, dass es auch noch Konservative gibt, doch betrachtet man den Begriff ’intelligenter Konservativer’ als Widerspruch in sich.“ (S. xvi)

Cummings schreibt, die geistige Glaskuppel sei „so abgeschlossen, dass die Psychologen schockiert waren“, als das US-Abgeordnetenhaus und der US-Senat die APA wegen deren Veröffentlichung der „Meta-Analyse und Interview-Studie mit Collegestudenten, die als Kinder sexuell belästigt worden waren“ rügte.4 (S. xvii) (Obwohl man der Radio-Ratgeberin Dr. Laura Schlessinger die Schuld für den öffentlichen Aufschrei über die Studie zuschob, lag die Verantwortung eigentlich bei NARTH. NARTH hatte die Studie ans Tageslicht gebracht und sie dann an „Dr. Laura“ weitergegeben.) „Die Verurteilung war einstimmig, sowohl im Abgeordnetenhaus als auch im Senat... selbst die beiden Psychologen im Abgeordnetenhaus enthielten sich lieber, als mit nein zu stimmen.“ (S. xvii) So „war die Demütigung perfekt“. (S. xvii)

Noch unangemessener war die Aussage der APA danach vor dem US-Kongress. Die APA konzentrierte sich nur auf „die akademische Freiheit und unzensierte wissenschaftliche Forschung“ und ging nicht auf die schädlichen Auswirkungen der Pädophilie ein.

Die APA, so Cummings weiter, brauche dringend sozio-politische Vielfalt (Diversity).  Wenn „die Psychologie Höhen erreichen soll wie ein Adler, braucht sie einen linken und einen rechten Flügel... Wir müssen die Debatte erweitern, indem wir dafür sorgen, dass Ideen, die dem Denken des Establishments in der Psychologie zuwiderlaufen, weniger der  Lächerlichkeit preisgegeben sind und ihre Ideenträger weniger Einschüchterung erleben.“ (S. xiviii)

In der Geschichte der Psychologie gab es eine Zeit, erinnert Wright, in der man mit Parapsychologie und Gedankenlesen liebäugelte – ein missglücktes Abenteuer, das die US-Regierung allerdings mit staatlichen Geldern finanzierte. Auch wenn das vorbei ist, haben sich doch zwei Einstellungen bis heute gehalten:

„1. Die US-Bundesregierung und private Einrichtungen verschwenden immer noch Millionen von Dollars für Hobby-Psychologie-Forschung sowie für ’politisch korrekte’ Forschung; grundlegendere, wichtigere Forschung dagegen wird finanziell vernachlässigt.  

2. Die Gesellschaft glaubt immer noch, dass Therapeuten in Bezug auf menschliche Angelegenheiten gleichsam allwissend seien.“ (S. xxiii)

Wright deckt das „Umsichgreifen von Philosophien, Praktiken und Methoden“ auf, „die bestenfalls nur den eigenen Zwecken dienen, schlimmstenfalls aber die Integrität der Psychologie zerstören und dem Konzept, Patienten zu helfen, psychisch gesund und unabhängig zu werden, zuwiderlaufen.“ (S. xxiv) Wright führt diese Veränderungen darauf zurück, dass unsere Kultur sich stark auf Political Correctness, Sensibilitäten und die Frage der Vielfalt (Diversity) konzentriert.

Wright weist auf den Schaden hin, der durch die Fixierung auf Political Correctness entstanden ist: Wichtige Forschungen werden verhindert und persönliche Angriffe auf Forscher begünstigt. (S. xxvii)  Anschuldigungen wie Voreingenommenheit, Rassismus oder Bigotterie haben nicht nur auf Forschung und Forscher eine sehr abschreckende Wirkung, sondern auch auf die Ausbildung und die praktische Arbeit von Therapeuten. (S. xxviii)

Homosexueller Aktivismus in der APA

Am Thema Homosexualität lässt sich zeigen, wie Political Correctness und eine engführende Definition von „Vielfalt“ die APA dominieren.

Wright schreibt dazu: „Bei dem derzeit herrschenden Klima sind Konflikte zwischen verschiedenen Untergruppen, die auf dem Markt um ’Anteile’ kämpfen, unvermeidbar. So haben z.B. Homosexuellengruppen in der APA immer wieder versucht, die Psychologenvereinigung zu Folgendem zu überreden: Sie möge ethische Normen einführen, die es Therapeuten verbietet, Therapien anzubieten, die das ’Homosexuellsein’ auflösen können – mit der Begründung, solche Therapien seien erfolglos und schädlich für den Klienten. Psychologen, die diese Prämisse nicht übernehmen, werden als homophob bezeichnet. Solche Versuche sind besonders besorgniserregend, weil sie dem Patienten das Recht nehmen, seinen Therapeuten selbst zu wählen und auch das Ziel der Therapie selbst zu bestimmen. Zudem werden die Daten, die aufzeigen, dass Psychotherapien eine Veränderung der sexuellen Präferenz bewirken können – bei Klienten, die sich das wünschen –, geleugnet.“ (S. xxx)

Therapien ohne Wirksamkeitsnachweis werden angepriesen

Wright schreibt, dass es innerhalb der Psychologie viele empfohlene Behandlungen gibt, bei denen keine oder nur eine geringe Wirksamkeit nachgewiesen wurde – z.B. bestimmte Trauer- und Traumaberatung, Therapien zur Wiedererlangung von Erinnerungen bei sexuellem Missbrauch sowie übermäßiger Gebrauch (oder Missbrauch) von Medikamenten bei fraglichen Diagnosen wie Depression und ADHS.

Die Pflicht zur Weiterbildung

Ebenso hart geht er mit den Pflichtveranstaltungen zur Weiterbildung um, denen er „unendliche Kreativität bei der Steigerung des eigenen Einkommens“ zuschreibt. Seiner Meinung nach „nutzt man die staatlichen Zulassungsgesetze, die eine Weiterbildung vorschreiben, aus... Und dies, obwohl die Weiterbildungsangebote oft qualitativ schlecht und fragwürdig sind, mit ungenügenden Methoden vermittelt werden, häufig falsche Informationen beinhalten und dadurch die Kosten der gesamten Dienstleistungen weiter in die Höhe treiben.“ (S. xxxii)

Political Correctness, Sensibilitäten und Vielfalt

Cummings und O‘Donohue kommen zu dem Schluss, dass die Psychologie ihre Professionalität und Wissenschaftlichkeit zugunsten von Political Correctness aufgegeben hat. Dazu führen sie folgende Beispiele an: Die Einstellung der APA, dass man für anormales Verhalten, wenn es „im Gehirn verankert ist“, keine Verantwortung mehr übernehmen muss; das immer mehr ausufernde Konzept der „Viktimologie“, wonach „jeder ein Opfer, aber keiner verrückt ist“; und die Neuformulierung psychiatrischer Diagnosen aufgrund von politischem Druck von Aktivisten. (S. 8)

Die Ansicht der Autoren bezüglich der Entscheidung von 1973 und 1974, Homosexualität in der offiziellen Diagnoseliste neu zu klassifizieren, ist zitierwürdig:

„Als 1973 Homosexualität als therapierbares, abweichendes Verhalten aus dem Diagnose-Handbuch (DSM) der Amerikanischen Psychiater-Vereinigung gestrichen wurde, hatte man sich sehr schnell und komplett dem politischen Druck gebeugt. Die Homosexuellenaktivisten innerhalb der Psychiatrie hatten eine politische Feuersbrunst entfacht. Nur wenige freimütige Psychiater setzten der Normalisierung der Homosexualität heftigen Widerstand entgegen und wurden dafür dämonisiert und sogar bedroht, anstatt wissenschaftlich widerlegt.

Die Delegiertenkammer (House of Delegates) der Psychiater-Vereinigung wich dem Konflikt aus, indem sie ihre Mitglieder über diesen Streitpunkt abstimmen ließ. Das war das erste Mal in der Geschichte des Gesundheitswesens, dass bezüglich einer Diagnose bzw. des Wegfalls einer Diagnose eine Entscheidung durch allgemeine Abstimmung fiel anstatt durch wissenschaftliche Beweisführung.“ (S. 9)

Die Autoren kritisieren nicht die Entscheidung an sich, sondern die Art und Weise, wie sie zustande kam. Der Co-Autor des betreffenden Kapitels, Cummings, ist nicht nur mit dem Ergebnis einverstanden, sondern brachte 1974 auch die erfolgreich angenommene Resolution ein, wonach Homosexualität nicht mehr als psychische Störung bezeichnet werden sollte. Allerdings war die Resolution verbunden mit der „Bedingung, angemessene und erforderliche Forschungen zur Untermauerung der gefällten Entscheidung durchzuführen”. Cummings „beobachtete mit Erschrecken, dass die APA dann nichts unternahm, um diese notwendige Forschung zu fördern oder wenigstens dazu zu ermutigen.“ (S. 9)

Somit hatten leider sowohl die Amerikanische Psychiater-Vereinigung als auch die Amerikanische Psychologen-Vereinigung Präzedenzfälle geschaffen, wonach „medizinische und psychologische Diagnosen nun für immer von der Erlaubnis der Politik abhängen“. (S. 9) Das Ergebnis dieser Entwicklung beschreiben die Autoren wie folgt: „Psychologische und psychiatrische Diagnosen werden heute mit politisch korrekten Wortergüssen überfrachtet, die scheinbar Vorrang vor solider Berufserfahrung und wissenschaftlicher Prüfung haben“. (S. 9)

Das Buch gibt zahlreiche Beispiele dafür, wie Political Correctness Therapieprozesse beeinflusst hat, manchmal positiv, manchmal negativ. Die Autoren beschreiben, wie bestimmte Krisenberatungen in Wirklichkeit Heilung beeinträchtigen kann (S. 14); wie die Psychologie die menschliche Belastbarkeit insgesamt unterschätzt hat, indem sie dem Menschen eine Opferrolle eingeredet hat; und dass Fragen nach dem optimalen Verfahren (als Resultat des Fiaskos mit den „wiedererlangten Erinnerungen“) in der offiziellen Psychologie einfach nicht gestellt werden. Betroffen nehmen die Autoren zur Kenntnis, dass Political Correctness inzwischen tatsächlich die Forschung beeinflusst hat: „Das Konzept, tausend Blumen blühen zu lassen, hat die Psychologie unfähig gemacht, die Fragen nach einem optimalen Verfahren anzugehen“ (S. 16) – und gleichzeitig werden manchmal schädliche Therapiemethoden erlaubt wie z. B. die Rebirthing-Technik, bei der einige Kinder gestorben sind.

Aktivisten wollen Therapien zur Veränderung ungewünschter homo-sexueller Anziehung als „unethisch” brandmarken

Obwohl die APA ihre Therapiemethoden insgesamt nicht überprüfen will oder kann, stellen die Autoren fest, dass

„...dies ihren Council of Representatives im Jahr 2002 nicht davon abhielt, in Panik einen Antrag zu stellen mit dem Ziel, die Therapie der Homosexualität als unethisch zu bezeichnen. Die Absicht war es, Homosexualität für immer festzuschreiben, auch wenn der homosexuell empfindende Klient sich nachdrücklich eine Therapie wünschte. Da Homosexualität keine Krankheit sei, so argumentierte man, sei eine Therapie unnötig und unethisch. Merkwürdigerweise und zu Recht gab es keine Gegenargumente, als es um eine psychologische Inter­vention homosexueller Therapeuten ging mit dem Ziel, ihren Klienten zum Homosexuellsein zu verhelfen...

Die Homosexuellen-Lobby übte zwar starken Druck aus, den­noch sahen schließlich ge­nügend Mit­glieder der Kammer ein, dass es sich bei diesem Antrag um eine über das Ziel hinausschießende Political Correctness handelte, und er verfehlte knapp die Mehrheit.

In zahlreichen Briefen an die verschiedenen APA-Abteilungen verwies der frühere Präsident der APA, Robert Perloff, darauf, dass viele Psychologen bereit seien, im Namen der Political Correctness das Recht des Klienten auf eine Therapie zu missachten. Er betonte: Würde man eine solche Therapie als unethisch bezeichnen, so würde man dem Klienten die Wahl in der Therapie nehmen, denn angesichts drohender Sanktionen würden Psychologen eine solche Therapie nicht mehr anbieten.

Obwohl die Resolution mit knapper Mehrheit abgelehnt wurde, werden auch weiterhin Kollegen, die solche Therapien anbieten, von den Befürwortern der Resolution verhöhnt.“ (S. 18)

Cummings und O‘Donohue nennen spezielle Probleme, die sich aus der Orientierung an der Political Correctness ergeben, insbesondere in den Bereichen der Glaubens- und Redefreiheit: „...Verbote und Vorschriften, die sich aus der Political Correctness ergeben, sind von oben angeordnet; sie sind nicht das Ergebnis vernünftiger Argumentation... Political Correctness basiert häufig auf der Vorstellung, eine bestimmte Meinungsäußerung oder Glaubensüberzeugung ’greife jemanden an’... Weil Political Correctness (PC) nur den Aspekt der ’Anstößigkeit’ im Blick hat, werden wichtigere Überlegungen wie die gesetzlich garantierte Redefreiheit außer Acht gelassen... Abhilfemaßnahmen und Strafen für wirkliche oder scheinbare Verletzungen der PC-Regeln sind durch übermäßige Härte gekennzeichnet...“ (S. 19)

Was bedeutet Political Correctness?

Die Autoren stellen fest, dass es keine empirischen Daten zur Political Correctness gibt, weil es „politisch nicht korrekt ist, Political Correctness in Frage zu stellen.“ (S. 22)

Sie stellen zwei Fragen und bieten einige Hypothesen zur Prüfung an. Die Fragen lauten: „Welche psychologische Funktion hat Political Correctness für den Einzelnen?“ und „Worin besteht die Anziehungskraft der Political Correctness für bestimmte Personen?“ Hier einige der angebotenen Hypothesen, um das Verhaltensphänomen der Political Correctness (PC) zu verstehen:

  • PC birgt in sich Feindseligkeit
  • PC ist Ausdruck von Narzissmus
  • PC verdeckt Schauspielerei
  • PC funktioniert als schnell hergestellte (Instant-)Moral
  • PC übt Macht aus
  • PC ist ein Ablenkungsmanöver
  • PC arbeitet mit Einschüchterung
  • PC lässt keine Alternativen

Empirische Untersuchungen der o.g. Fragen können wertvolle Informationen bringen. Die Autoren beschreiben, inwieweit sich das noch viel zu wenig untersuchte Phänomen der PC der Wissenschaft widersetzt, weil jeder Befund, der mit einer bestimmten Ideologie oder Agenda nicht übereinstimmt, einfach von der Hand gewiesen wird: „So gehen Political Correctness und Postmoderne, die derzeit die Psychologen-Ausbildung an den Hochschulen durchdringt, Hand in Hand.“ (S. 24)

Die Autoren behaupten, Political Correctness sei mit bestimmten, möglicherweise unpopulären Forschungsfragen nicht vereinbar und habe eine abschreckende Wirkung auf die Forschung. Außerdem kann Political Correctness bestimmte Fragen als gelöste moralische Fragen behandeln, anstatt sie als empirische Fragen anzusehen, die noch wissenschaftlich untersucht werden müssen. So schreiben sie: „... es ist heute politisch korrekt, Homosexualität als gelöste moralische Frage anzusehen.“ Als Beispiel führen sie an: Diejenigen, die sich gegen das Bild Piss Christ wenden, müssen sich wahrscheinlich von der National Endowment for the Arts den Vorwurf gefallen lassen, sie wollten die Ausdrucksfreiheit einschränken – hingegen ein ähnliches Bild mit dem Titel Piss Gay würde als anstößig und moralisch verwerflich angesehen werden. (S. 24)

Zuletzt schreiben die Autoren, Political Correctness sei inzwischen in vielen wissenschaftlichen Einrichtungen, Hochschulen und Regierungsbehörden so tief verankert, dass dadurch Prioritäten und Richtlinien bestimmt würden, z.B. was die finanzielle Förderung von AIDS-Forschung gegenüber der Förderung der Brustkrebsforschung anbetrifft oder dass öffentliche Förderzuschüsse davon abhängig gemacht werden, inwieweit bestimmte Kategorien von Minderheiten im Forschungsprojekt vorkommen. (S. 25)

O‘Donohue unterzieht das Kriterium der „kulturellen Sensibilität“ einer kritischen Untersuchung und schreibt, dass ungeachtet dessen, dass in der Mainstream-Literatur ständig kulturelle Sensibilität gefordert werde, dieser Begriff nicht definiert sei. Er weist auf die Schwierigkeit hin, Kultur zu definieren und darauf, wie Kriterien wie Rasse und ethnische Zugehörigkeit Probleme verursachen können, wenn es um Gruppenzugehörigkeiten geht. Er zeigt auf, welche Vorteile bzw. Kosten damit verbunden sind, wenn man ethnische Gruppen als Variablen benutzt. Er schließt:

„Angesichts der vielen Schwierigkeiten eignet sich Kultur als eine globale Konstruktion wahrscheinlich nicht besonders für unsere Arbeit als wissenschaftlich und praktisch orientierte Psychologen. Wenn man unser jetziges Wissen berücksichtigt, ist es wohl auch zu früh, aufgrund dieser Konstruktion ethische Vorschriften aufzustellen. Wir empfehlen, behutsam vorzugehen. Ehe wir uns danach drängen, als „kulturell sensibel“ akzeptiert zu werden, müssen wir erst definieren, wie dieses Konzept auf die Psychologie angewandt werden soll. Wir müssen herausfinden, was dieses Konzept an Positivem in unserem Beruf beitragen kann. Jeder Vorteil muss aber gegen die Falle abgewogen werden, dass Erwägungen hinsichtlich einer Kultur auch unsere Fähigkeit schwächen können, wirksame Therapien anbieten und effektive Forschung durchführen zu können.“ (S. 42- 43)

Ofer Zur, Mitautor des Buches, gibt eine „politisch inkorrekte“ Abhandlung über das Thema der „Opfer-Psychologie“. Zur sieht die Frage des „Opferseins“ nicht unter dem Blickwinkel, anderen die Schuld zuzuschieben; vielmehr untersucht er, wie eine Kultur Gewaltsysteme aufrechterhält. In seinem systemischen Ansatz vermeidet er Schuldzuweisungen und konzentriert sich auf den Heilungsprozess. Er schreibt:

„Wenn Therapeuten und Nicht-Therapeuten ein Verständnis dafür bekommen, welche unterschiedliche Arten von Opfer es gibt, wie Opfer entstehen und wie sie agieren, können Gewaltsysteme erkannt, verhindert und dagegen interveniert werden, und allen Beteiligten kann zu einem besseren Leben verholfen werden. Aus diesem Grund müssen die Opfer unterstützt werden, damit sie ihre Gefühle der Hilflosigkeit, Hoffnungslosigkeit und Minderwertigkeit überwinden können. Sie dürfen sich nicht auf Schuldzuweisungen konzentrieren und müssen Selbstgerechtigkeit vermeiden. Opfer müssen überzeugt sein, dass sie etwas dazu zu sagen haben, was mit ihnen geschieht. Sie müssen lernen, ihre Opfermuster zu überwinden. Der Heilungsprozess sollte sie instand setzen, ihr Leben bewusst mitzugestalten, was ihnen Würde und Bedeutung gibt.“ (S. 62)

Das letzte Kapitel in diesem Teil lautet „Homophobie: Begriffe, Definitionen und Werte.“ Die Autoren O‘ Donohue und Caselles sind der Auffassung, dass „angesichts der Tatsache, dass Homosexuelle erheblicher Gewalt ausgesetzt sind und ihre Rechte in anderer Form missachtet werden, und aufgrund der Reaktionen gegenüber Homosexuellen und gegenüber der Homosexualität durch die relativ neuen Komplexitäten von AIDS, Homophobie möglicherweise eine wichtige Konstruktion ist.“ (S. 65)

O‘Donohue und Caselles geben einen kurzen Abriss der Geschichte der Homosexualität in Bezug auf die psychiatrische Nomenklatur. Sie zeigen auf, wie die Politisierung dieses Themas und der Homosexuellen-Aktivismus im sozialen Klima der 1960er Jahre zu einer neuen Klassifizierung führten. Die Homosexuellen-Aktivisten benutzten dabei in selektiver Weise die Arbeiten des Psychiaters Dr. Thomas Szasz. Szasz sieht einen großen Teil der Psychiatrie als Betrug an und ist der Auffassung, dass die Psychiatrie die Funktion hat, Menschen mit unakzeptablen Meinungen zu unterdrücken. Die Homosexuellen-Aktivisten gebrauchten Szasz’ Ansichten selektiv zur Untermauerung ihrer Versuche, den psychiatrischen Berufsstand anzugreifen, weil er, so die Aktivisten, eine Wissenschaftssprache benutze, um Werte zu verurteilen, insbesondere den positiven Wert der Homosexualität.

Ironischerweise deckten sich Szasz’ Ansichten zur Homosexualität mit der damals vorherrschenden Auffassung. Szasz schreibt: „Seit der Freudschen Revolution und vor allem seit dem Zweiten Weltkrieg ist es unter Intellektuellen Mode geworden, Homosexualität weder als Sünde noch als Verbrechen, sondern als Krankheit anzusehen. Damit behauptet man, Homosexualität sei entweder etwas Ähnliches wie eine gewöhnliche organische Erkrankung, möglicherweise durch einen genetischen Fehler oder ein endokrines Ungleichgewicht ausgelöst, oder aber Ausdruck einer psychosexuellen Unreife, ausgelöst durch bestimmte persönliche und soziale Verhältnisse in der frühen Kindheit. Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass Homosexualität in letzterem Sinn und in Einzelfällen vielleicht auch in einem strengeren Sinn wirklich eine Erkrankung ist. Wenn wir aber meinen, Homosexualität einer moralischen Bewertung entzogen zu haben, indem wir sie als Erkrankung klassifizieren, haben wir uns geirrt.“5 (S. 67)

So gaben der selektive Gebrauch bzw. die Fehlinterpretation der Ansichten von Szasz den Aktivisten Anstöße, um ihre eigenen Ziele zu verfolgen.

Homosexualität – eine Frage der Moral

Nachdem Homosexualität [1973] medizinisch neu kategorisiert wurde, interessierte man sich nicht mehr für die Ursachen und Therapiemöglichkeiten von Homosexualität, sondern richtete das Interesse auf die Frage nach einer negativen Haltung gegenüber Homosexuellen. So wurde der Begriff „Homophobie“ von Weinberg 1972 geprägt; er meinte damit, dass diejenigen, die eine negative Einstellung zur Homosexualität haben, geistig als nicht gesund anzusehen seien. (S. 68)

Obwohl es zahlreiche „Forschungsarbeiten” zur Homophobie gibt, sind viele Fragen, ob die dabei angewandten Messmethoden angemessen sind, noch offen. Die Autoren sind der Auffassung, dass die derzeit existierenden psychometrischen Methoden zur Homophobie wissenschaftlichen Standards nicht entsprechen und deshalb auch nicht hilfreich sind. (S. 70-71)

O’Donohue et al. weisen darauf hin, dass die Vorstellung von einer „Homophobie“ immer auch mit Wertvorstellungen zusammenhängt. Ironischerweise zitieren sie dieselben Ansichten, die auch Szasz äußerte, und die die Homosexuellenaktivisten oft gebrauchten, um die Frage der moralisch-ethischen Beurteilung des homosexuellen Akts miteinzubeziehen. Insbesondere beziehen sich die Autoren darauf, dass „in einer freien Gesellschaft bestimmte Werte-orientierte, moralisch-ethische, ästhetische und politische Fragen und Einstellungen von Fachleuten der Psychotherapie und der Verhaltensforschung weder abschließend beantwortet noch diese Fragen von ihnen unterdrückt werden sollten. Dazu gehört auch der moralisch-ethische Status der Homosexualität“. (S. 79)

Angesichts der Tatsache, dass es genügend einleuchtende Argumente für die moralische Unzulässigkeit des homosexuellen Akts gibt, nennen die Autoren auch die große Zahl der Religionen, die sich auf göttliche Offenbarungen berufen, und stimmen mit Szasz darin überein, dass Berufsangehörige von helfenden Berufen und Verhaltensforscher ihre Kompetenzen überschreiten, wenn sie den Glauben an Gott oder bestimmte Glaubensvorstellungen darüber, was Gott geoffenbart hat, als abseitig oder irrational bewerten. Sie schreiben, dies seien „offene Fragen, über die Bürger in einer freien Gesellschaft diskutieren und entscheiden müssen, ohne dass sich die Vertreter der therapeutischen Berufe einmischen oder versuchen, aus einer ethischen Position – egal welcher – eine Angelegenheit der Therapie zu machen.“ (S. 79)

Zudem gibt es säkulare Argumente zugunsten der Auffassung, dass Homosexualität unmoralisch ist; so war Kant der Auffassung, dass homosexuelle Akte den kategorischen Imperativ verletzen:

„Zweitens gehört zu den Criminibus carnis contra naturam die Gemeinschaft des sexus homogenii, wenn der Gegenstand der Geschlechterneigung zwar unter den Menschen bleibt, aber verändert wird, wo die Gemeinschaft des Sexus nicht heterogen, sondern homogen ist, d. i. wenn ein Weib gegen ein Weib, und ein Mann gegen einen Mann seine Neigung befriedigt. Dieses läuft wider die Zwecke der Menschheit. Denn der Zweck der Menschheit in Ansehung der Neigung ist die Erhaltung der Arten ohne Wegwerfung seiner Person; hierdurch erhalte ich aber gar nicht die Art, welches noch durch ein crimen carnis secundum naturam geschehen kann, nur da werfe ich wieder meine Person weg, also versetze ich mich hierdurch unter das Tier und entehre die Menschheit.“6 (S. 79)

Ähnliche Argumente hinsichtlich der Unmoralität der Homosexualität auf der Grundlage der philosophischen Idee des Naturrechts findet man bei Plato, Thomas von Aquin und bei modernen Ethikern wie Ruddick. (S. 79) Daneben gibt es auch eher utilitaristische Argumente. Die Autoren des Buches wissen, dass diese Argumente nicht „bewiesen”, sondern nur offene Möglichkeiten sind. Sie ziehen die Schlussfolgerung, dass „es ethische Argumente gibt, wonach Homosexualität moralisch falsch ist und dass diese Argumente nicht von vornherein unseriös sind.“ (S. 80) Auf diese Weise öffnen die Autoren die Debatte darüber, ob „Homophobie“ als Konstruktion legitim ist, und ermöglichen die Diskussion über die Immoralität der Homosexualität aufgrund des Naturrechts.

Letztere Debatte ist lange überfällig und zu Recht sollte sie nicht von der APA, sondern von Bürgern in einer freien Gesellschaft geführt werden. Interessanterweise ist diese Auffassung auch von der bekennenden lesbischen Aktivistin Anne Fausto-Sterling, Entwicklungsbiologin an der Brown-Universität, geäußert worden. Fausto-Sterling schrieb: Wie wir „in unserer Kultur Homosexualität sehen, ist eine ethische und moralische Frage“.7

Die Ökonomie der therapeutischen Berufe

Der zweite Teil des Buchs befasst sich mit der Ökonomie der therapeutischen Berufe und beginnt mit einem Artikel von Nicholas Cummings mit dem Titel „Ausbau einer schrumpfenden wirtschaftlichen Grundlage: Der richtige Weg, der falsche Weg und der Weg der therapeutischen Berufe.“ Cummings schildert zunächst kurz, wie in der Vergangenheit die Kosten für therapeutische Dienstleistungen erstattet wurden. Dann beschreibt er, wie managed care die wirtschaftliche Grundlage der Psychologen zerstörte und diese wie wirtschaftliche Dilettanten aussehen ließ, die keine Ahnung davon haben, wie man ein lebensfähiges, am Bedarf orientiertes System aufbaut. Als Folge dieses „wirtschaftlichen Analphabetismus“ zusammen mit der Industrialisierung des Gesundheitswesens wurden neue Syndrome erfunden wie Dissoziative Identitätsstörung, Winter-Depression, Compassion Fatigue Syndrome8 und Battered-Woman-Syndrom, um die eigene wirtschaftliche Lage zu verbessern. Dieser Erfindungsreichtum ging bis zur Aufmerksamkeitsdefizit-Hyper­aktivitätsstörung (ADHS) und bis zu Depressionen, die man nun bei Personen diagnostizierte, die früher diesem Krankheitsbild nie entsprochen hätten.  

Cummings schreibt, die Psychologie neige dazu, Störungen zu erfinden, die nicht den leisesten Anflug von wissenschaftlicher oder klinischer Nachweisbarkeit hätten, die aber geeignet seien, die Psychotherapie auf eine solidere wirtschaftliche Grundlage zu stellen. Seine Empfehlung: „Die Anwendung sorgfältig durchdachter wirtschaftlicher Prinzipien zusammen mit solider Wissenschaftlichkeit vergrößert nicht nur den Patientenstamm eines Psychologen, sondern stellt auch langfristig das schwindende Ansehen dieses Berufsstandes wieder her.“ (S. 109)

Das von William Glasser verfasste Kapitel über die Psychiatrie klingt unheilvoll: „Achtung: Psychiatrie kann Ihrer geistigen Gesundheit schaden“. Glasser verurteilt, dass Menschen als geistig krank bezeichnet werden, und beschuldigt die Psychiatrie, an der erfundenen Diagnose „geistig krank“ festzuhalten und gleichzeitig geistige Gesundheit zu vernachlässigen. Er rät Menschen zur Selbsthilfe und ist der Auffassung, dass unbefriedigende Beziehungen die Hauptursache für ein Unglücklichsein sind. Auch wenn man das Gefühl hat, dieses Kapitel passe nicht ganz in das Buch, so wird doch deutlich: Wenn man den Einzelnen ermutigt, sich selbst zu helfen – etwa durch Gruppen wie die Anonymen Alkoholiker – können die Kosten, die zur Verbesserung geistiger und psychischer Gesundheit aufgewendet werden, erheblich gesenkt werden.

Das wohl brisanteste Kapitel im letzten Teil stammt von Rogers H. Wright und hat den Titel „Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts­störung“. Nach Wright können bei der „Diagnose“ und Therapie abweichender Verhaltensweisen „Modediagnosen“ entstehen; im Fall eines Aufmerksamkeitsmangels und einer Hyperaktivität seien solche Verhaltensauffälligkeiten oft Anzeichen eines Übergangszustandes im Organismus, nicht einer Störung. Seiner Meinung nach wird Menschen ein schlechter Dienst erwiesen, wenn Symptome wie Angst oder Hyperaktivität zum Syndrom überhöht werden und z.B. ADHS diagnostiziert wird und damit Personen mit ganz unter­schiedlichen Bedürfnissen und Problemen in ein und dieselbe Kategorie gesteckt werden.

Wright zitiert die Forschungsarbeiten von Cummings und Wiggins (2001), in denen Kinder, die psychotrope Medikamente bekamen, mittels Verhaltensinterventionen, mit Hilfe stabiler männlicher Therapeuten und positiver Rollenvorbilder behandelt wurden: „Nach durchschnittlich knapp elf Behandlungen mit einem Elternteil und etwa sechs Behandlungen mit dem Kind sank der Prozentsatz der medikamentierten Jungen von 61% auf 11%, während der Prozentsatz der medikamentierten Mädchen von 23% auf 2% zurückging. Diese dramatischen Ergebnisse wurden erzielt, obwohl es sehr strenge Vorschriften gab, wann die Medikamente abgesetzt werden durften. Das weist auf eine alarmierend hohe Überdiagnose und Übermedikamentierung bei ADHS hin und zeigt, dass Verhaltensinterventionen wirksamer sind als Therapeuten gemeinhin glauben.“ (S. 135)

Am Ende dieses Teils befasst sich Wright mit dem Thema: „Mythos Weiterbildung: Beabsichtigte und möglicherweise nicht beabsichtigte Folgen.“ Er stellt die Wirksamkeit von Weiterbildungsprogrammen in Frage, da die Qualität der Ausbildungsinhalte kaum überprüft werde. Er vermutet: „Offen gesagt ist Weiterbildung inzwischen ein Riesengeschäft mit vielen Interessengruppen geworden (staatliche Aufsichtsbehörden, nationale und regionale Berufsverbände, Weiterbildungseinrichtungen in den Colleges und Universitäten). Diese Stellen scheffeln viel Geld und verursachen damit enorme und unkalkulierbare Preise für erbrachte Dienstleistungen.“ (S. 147) Wright listet die angebotenen Weiterbildungskurse auf und behauptet, dieses wachsende Geschäft komme „einem Betrug“ nahe. (S. 149)

Besonders kritisch bewertet er die Unmenge von Weiterbildungskursen zum Thema menschliche Sexualität und vermutet darin „das versteckte Motiv..., dafür zu sorgen, dass unwissende Ärzte in Bezug auf Political Correctness auf dem neuesten Stand sind.“ (S. 149) Zum Schluss schreibt Wright, man könne die für schwierige Bereiche nötige Kompetenz nicht in „Wochenendkursen” erwerben. „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass durch Weiterbildungsprogramme impulsive und unbelehrbare Anbieter leider häufig ermutigt werden, sich in neue Unternehmungen zu stürzen, die sie lieber anderen überlassen sollten.“ (S. 151)

Der politische Einfluss auf Wissenschaft und Praxis

Im letzten Teil des Buches geht es um den politischen Einfluss auf Wissenschaft und Praxis. Im ersten Kapitel dieses Teils geht es um die Unterdrückung unpopulärer oder politisch nicht korrekter Forschung. Im Zentrum steht die schlimme Behandlung, die der Intelligenzforscher Arthur Jensen, einer der fünfzig „herausragendsten Psychologen des zwanzigsten Jahrhunderts“, erfuhr. (S. 156) Die Heftigkeit der Angriffe gegen ihn wurde mit einer „eigennützigen Zensur” (S. 156) begründet, Jensen wurde beschuldigt, „so barbarisch wie Hitler“ zu sein. (S. 161) Die Untersuchung der Ethik-Kommission ergab, dass die Anklagen unberechtigt waren und Jensen mit seiner Forschung keine Ethik-Richtlinien verletzt hatte.

Solche Bösartigkeiten gibt es heute immer noch. Die möglichen Folgen können erschreckend sein: „Viele Menschen mit nicht entwickelten Lern- und Denkfähigkeiten stehen heute in Gefahr, Medikamente zu nehmen, die ihrer Gesundheit in Wirklichkeit schaden. Sie verstehen den Sinn von Vorbeugungsmaßnahmen gegen chronische Krankheiten und Unfälle nicht und können möglicherweise wirksamere, aber komplexere Behandlungen bei Herzerkrankungen, Bluthochdruck und anderen tödlichen Erkrankungen nicht wirksam einsetzen. Es ist gewissenlos, Unterschiede in der mentalen Kompetenz eines Patienten bewusst zu ignorieren. Es ist Missbrauch genau der Menschen, die man angeblich dadurch schützen will, dass man ihnen die Unwahrheit sagt.“ (S. 182)

Schädliche oder ungeprüfte Therapien

Im Kapitel „Pseudowissenschaft, Unwissenschaftlichkeit und Unsinn in der klinischen Psychologie“ kommen Lilenfield et al. zu dem Schluss, „dass es überzeugende Beweise dafür gibt, dass einige Formen der Psychotherapie schaden können“. (S. 187) Die Autoren nennen in diesem Zusammenhang das boomende Gewerbe pseudowissenschaftlicher und unwissenschaftlicher Psychotherapien. (S. 187) Besondere Skepsis äußern sie angesichts der Tatsache, dass die Postmoderne alle Bereiche durchdringt; über postmoderne Therapien, sagen sie, gibt es nicht genügend Studien. (S. 194)

Ebenso kritisch bewerten sie zahlreiche Selbsthilfe-Bücher, die grob vereinfachende Lösungen für komplexe Probleme anbieten. Die Mehrzahl dieser Lösungen sei bislang noch keiner empirischen Prüfung unterzogen worden. (S. 195) Die Autoren zitieren Forschungsarbeiten, die aufzeigen, dass einige Therapien – z.B. bestimmte Bindungstherapien, bestimmte Kriseninterventionen nach traumatischen Ereignissen, Peer Group-Interventionen bei Verhaltensproblemen, Programme zur „Direkten Abschreckung“ bei Verhaltensproblemen, die Therapie der „wiedererlangten Erinnerung“, Therapien zur Dissoziativen-Identitätsstörung (DID) und Gestützte Kommunikation – schaden können. Für jedes dieser Beispiele erbringen die Autoren zwingende Nachweise für mögliche schädliche Wirkungen. (S. 196-204)

Ein Kapitel zum Thema Kinder trägt den Titel: „Wie Amerikas Kinder krank gemacht werden.“ Der Aufsatz widerspricht dem Mythos, dass Verhaltensstörungen bei Kindern genetisch bedingt seien, dafür gäbe es keine wissenschaftlichen Beweise. Der Autor Rosemond schreibt: „Diejenigen, die Verhaltensstörungen in solchen Krankheitskategorien beschreiben, arbeiten mit falschen und irreführenden Argumenten.“ (S. 223) Er ist der Auffassung, dass Psychologen biologische Probleme mit entwicklungsbedingten Problemen verwechseln und zitiert in diesem Zusammenhang die Kriterien aus der offiziellen DSM-Liste zur Diagnostizierung einer pathologisch-antisozialen Störung. Diese Kriterien, so Rosemund, seien „eine exakte Beschreibung des Trotzalters“. (S. 226)

Nach dem Abschied von der Kultur der 1960er Jahre sei eine völlig postmoderne Gesellschaft entstanden, in der „die klinische Psychologie parallel zum allgemeinen Paradigmenwechsel immer mehr an Boden gewonnen hat. Psychologen und andere Therapeuten haben mehr als jede andere Berufsgruppe zur Verteufelung der traditionellen Ehe (angeblich schlecht für die Frauen), der traditionellen Familie (angeblich in sich krank) und der traditionellen Kindererziehung (angeblich schlecht für die Kinder) beigetragen.“ (S. 226) Eine der negativen Aus­wirkungen der Postmoderne sei der gefährliche Wandel in der Kinderheilkunde: „...der Trend, das Verhalten eines Kindes isoliert von seinem sozialen Kontext zu sehen und nur dieses Verhalten zu beurteilen, statt das eigentliche Problem zu sehen, nämlich wie die Eltern damit umgehen.“ (S. 233)

Im Kapitel „Abtreibung, Boxen und Zionismus: Politik und die APA“ werden die von der APA über ihr Public Interest Directorate eingebrachten Resolutionen zu Themen wie Begrenzung des freien Zugangs zur Abtreibung, Gewalt im Fernsehen und Kinder, AIDS-Aufklärung, Freiheit der Wissenschaft sowie Zulässigkeit von Boxkämpfen untersucht. Dabei wird festgestellt, dass es für die in den Resolutionen eingenommenen Positionen kaum wissenschaftliche Grundlagen gibt. Die Autoren warnen davor, dass dies schädlich sein könne.

So schreiben sie zum Thema Abtreibung: „Solange die APA nicht absolut zwingende Daten darüber hat, dass der Anti-Abtreibungs-Standpunkt komplett illegitim ist, ist es wohl klüger, sich in dieser Streitfrage nicht festzulegen – aus Respekt gegenüber den zu diesem Thema herrschenden vielfältigen Meinungen und um die APA-Psychologen nicht unnötigerweise in eine schwierige Lage zu bringen.“ (S. 242-243) Die Autoren empfehlen, die APA möge „ihre politischen Aktivitäten auf Themen beschränken, in denen Psychologen berechtigte Fachkenntnis haben.“ (S. 250)

Im Kapitel „Wie man das Niveau der Psychologie senkt: Verkehrte Ansichten über Grenzüberschreitungen und Beziehungen zwischen Klient und Therapeut“ konzentriert sich der Autor Ofer Zur auf nicht-sexuelle Beziehungen in der Psychotherapie. Er ist der Auffassung, zwischen Therapeut und Klient gäbe es viele Rollenmuster, die normal und gesund sein könnten. Zur tritt nicht pauschal dafür ein, therapeutische Grenzen aufzulösen oder wahllos die Nutzung von Zweierbeziehungen in der Therapie zu fördern, betont aber, dass „dem Therapeuten die sorgsame Behandlung, Heilung, Würde und das Wohlergehen seiner Klienten wichtiger sein sollten als das Vermeiden eines Risikos oder das blinde Kleben an bestimmten Therapiedogmen.“ (S. 255)

Im Kapitel „Soziale Gerechtigkeit in der kommunal angebotenen Psychologie“ schreiben die Autoren: Obwohl „soziale Gerechtigkeit für die Definition kommunal angebotener psychologischer Beratung eine entscheidende Rolle spielt, hat sich dieser Begriff bisher Erklärungen und kritischen Analysen entzogen“. (S. 283) Die Autoren stellen fest, dass die politische Mainstream-Linke die kommunale Psychologie schon soweit beeinflusst hat, dass eine Meinungsvielfalt nicht mehr möglich ist und dass „politischer Konservatismus als unnormal“ bezeichnet wird. (S. 284)

Das letzte Kapitel von Richard E. Redding trägt den Titel „Sozio-politische Vielfalt in der Psychologie: Der Pluralismus“. Der Autor beschreibt eine klare Sachlage: „Die meisten Psychologen sind politisch liberal“ und: „Konservative sind in diesem Berufsstand völlig unterrepräsentiert.“ Seiner Ansicht nach „wird in unserem Beruf darum gekämpft, was man sagen darf und was nicht, was man voraussetzen kann und was man erklären muss, welche Fragen gestellt werden dürfen und welches die rechtmäßigen Antworten sind“. (S. 303)

Er kommt zu dem Schluss: „Dieser Mangel an politischer Vielfalt hat unbeabsichtigte negative Auswirkungen und schadet der Psychologie, weil er ihren Grundwerten und ethischen Prinzipien zuwiderläuft. Er bringt die Forschung über sozial-politische Themen in eine Schieflage, schadet der Glaubwürdigkeit gegenüber Politikern und der Öffentlichkeit, erschwert die therapeutische Arbeit mit konservativen Klienten, führt zu einer De-Facto-Diskriminierung konservativer Studenten und Forscher und hat abschreckende Wirkung auf eine freiheitliche Ausbildung.“

Redding beschreibt die problematischen Folgen der liberalen Hegemonie, wozu auch eine Voreingenommenheit bezüglich der Richtlinienforschung [für APA-Richtlinien] gehört, bei der „Psychologen, die über soziale Fragen forschen, häufig Wertvorstellungen implizieren“. (S. 306). Er weist auf die widersprüchliche liberale Tendenz hinsichtlich der Kompetenz von Jugendlichen hin – auf der einen Seite sollen sie medizinische Entscheidungen, z.B. über Abtreibung allein treffen, gleichzeitig aber in Strafverfahren wegen ihrer Unreife nicht wie Erwachsene behandelt und bestraft werden können. (S. 307)

Er zitiert die liberale Voreingenommenheit, die Forschung und Interpretation der Forschung bezüglich homosexueller „Elternschaft“ beeinflusst: „Ein Großteil der übrigen Forschung, die festgestellt hat, dass homosexuelle Elternschaft keine negativen Auswirkungen auf die Kinder hat, ist durch starke Einschränkungen gekennzeichnet, z.B. geringe Stichprobengröße, nicht repräsentative und selbstgewählte Stichproben, Selbsteinschätzungen der Eltern, die das sozial Erwünschte betonen, fehlende Langzeitdaten. Die Befürworter spielen diese Einschränkungen oft herunter und machen sich ebenso häufig nicht klar, wie wichtig es sein kann, dass Kinder die Fürsorge von Vater und Mutter erfahren sowie männliche und weibliche Rollenvorbilder haben.“ (S. 308)

Vorurteile gegenüber konservativen Hochschulbewerbern

Redding bezieht sich auf die berühmte Gartner-Studie, in der nachgewiesen wurde, dass Hochschulbewerber mit konservativen Ansichten diskriminiert werden.

Professoren, die in von der APA anerkannten Einrichtungen der klinischen Psychologie arbeiteten, erhielten Anträge von Hochschulbewerbern. Notendurchschnitte, GRE-Testergebnisse9 und persönliche Angaben waren gleich bis auf die Tatsache, dass einige Bewerber freiwillig angaben, konservative Christen zu sein. „Die Professoren bewerteten die nichtkonservativen Antragsteller in allen Bereichen bedeutend positiver, hatten weniger Zweifel an ihren Fähigkeiten, hielten sie für geeigneter, gute Psychologen zu werden und gaben ihnen höhere Chancen, zum Graduierten-Programm zugelassen zu werden. Die Ergebnisse lassen den Schluss zu, dass Personen mit konservativen religiösen Ansichten gegenüber anderen Bewerbern benachteiligt werden, was den Ethik-Prinzipien der APA und den Antidiskriminierungsgesetzen widerspricht.“ (S. 312)

Redding ist der Auffassung, dass die mangelnde politische Vielfalt abschreckende Wirkung auf eine freiheitliche Ausbildung hat, und: „Wir sollten die Konservativen ermutigen, sich uns anzuschließen. Im Rahmen unserer Forschung, Praxis und Lehre sollte ein echter sozio-politischer Dialog gefördert werden. Das liegt in unserem ureigensten Interesse. Andernfalls zahlen wir für die von Cliquendenken geprägte Engstirnigkeit einen sehr hohen Preis. Politische Beschränktheit und Abkapselung sind das Ende und der Tod jeder Wissenschaft.“ (S. 318)

Fazit

Dieses neue Buch gibt Einblicke in die Amerikanische Psychologen-Vereinigung und in die Psychologie und beweist, was man bisher nur vermutete. Wright und Cummings haben beispiellosen Mut gezeigt. Ihre beruflichen und wissenschaftlichen Leistungen, ihre bedeutende Stellung innerhalb der APA und ihre klaren, fundierten Argumente machen ihre Arbeit im Grunde unangreifbar. Die einzelnen Autoren im Buch geben zwar sehr kritische, aber auf Beweise und sachkundige Auffassungen gestützte Bewertungen ab.

Das Buch ist eine klare Botschaft an die APA: Ihr werdet nur überleben, wenn ihr echte Vielfalt zulasst, Menschen mit unterschiedlichen Weltbildern nicht ausgrenzt, die Psychologie ihre wissenschaftliche Integrität behält, Forschung und Praxis frei von Aktivismus und Political Correctness sind und Resolutionen auf wissenschaftlicher Grundlage stehen.

Die APA täte gut daran, auf die klugen Ansichten ihrer prominenten Mitglieder zu hören. Diese beschreiben in ihrem Buch nicht nur die destruktiven Trends in den therapeutischen Berufen, sondern führen auch überzeugende Argumente für eine neue Evaluierung der Richtlinien und Praktiken der APA-Politik an. Auf dem Buchumschlag ist „ein Bild überwucherter Ruinen“ zu sehen – Symbol für „die trostlose Zukunft der therapeutischen Berufe, wenn sie ihren jetzigen zerstörerischen Weg weitergehen“.

Destruktive Trends in der Therapie ist das wichtigste Buch über die Psychotherapie dieses Jahrzehnts und vielleicht sogar der letzten Jahrzehnte. Seine Autoren haben Vertrauen in die Psychologie wiederhergestellt – Vertrauen, dass es auch weiterhin ernsthafte Männer und Frauen geben wird, die aus Leidenschaft für ihren Beruf angesichts von Machtmissbrauch, Diskriminierungen, Intoleranz gegenüber anderen Weltanschauungen und ständiger Verwechslung von Aktivismus und Wissenschaft nicht länger schweigen wollen. Wenn die APA nicht anfängt, in ihren eigenen Reihen Ordnung zu schaffen, werden es eines Tages vermutlich der Gesetzgeber, die Öffentlichkeit und die Gerichte tun.

Anmerkungen

An wenigen Stellen wurden zum besseren Verständnis für den deutschen Leser Hinweise hinzugefügt; sie sind durch eckige Klammern gekennzeichnet. Alle Fußnoten wurden im deutschen Text hinzugefügt.

1 Monitor on Psychology: Monatszeitschrift der APA.

2 Managed care: In den USA entwickeltes Modell zur Dämpfung der Kosten im Gesundheitswesen. Die Versicherten verzichten dabei z.B. auf freie Arzt- oder Therapeutenwahl und binden sich an ein örtliches Gesundheitszentrum.

3 False Memory Syndrom: Es ging um den Vorwurf des sexuellen Missbrauchs. Im Nachhinein zeigte sich jedoch, dass die sogenannten „wiedererlangten Erinnerungen“ an sexuellen Missbrauch in Wirklichkeit von außen in die Opfer (Kinder) durch manipulative Befragung „hineingelegt“ worden waren. Siehe im Deutschen: Loftus, E., et al., Die therapierte Erinnerung, Hamburg 1995.

4 Die genannte Studie ist die von Rind et al., A Meta-Analytic Examination of Assumed Properties of Child Sexual Abuse Using College Samples. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass Sex zwischen Erwachsenen und Kindern gar nicht immer schädlich sei, insbesondere nicht homosexuelle Kontakte zwischen kleinen Jungen und erwachsenen Männern. Deshalb, so die Studie, solle man sexuelle Kontakte zwischen Kindern und Erwachsenen nicht mehr generell als Missbrauch bezeichnen. Die Studie wurde – ohne jeglichen kritischen Kommentar – in der von der APA verantworteten Zeitschrift Psychological Bulletin 1998 veröffentlicht.

5 Szasz, T.S., The Myth of Mental Illness, New York 1961, S. 124, zit. nach Wright, R.H. et al., Destructive Trends in Mental Health.

6 Aus: „Eine Vorlesung Kants über Ethik“, hrsg. von Paul Menzer, Berlin 1924, S. 214. (Als englische Quelle gibt O’Donohue an: Kant, I., Lectures in Ethiks, New York 1963, S. 170).

7 Dreifus, C., Exploring What Makes Us Male or Female. New York Times, Science Section, 2. Januar 2001.

8 Eine Art Burnout.

9 GRE: Graduate Record Examination: Zugangsvoraussetzung zum Graduiertenstudium.

Von

  • A. Dean Byrd

    Ph.D., M.B.A., M.P.H., Professor für Psychiatrie und Family and Preventive Medicine an der Universität von Utah (USA) sowie erfahrener Therapeut u.a. auf dem Gebiet männlicher Homosexualität.

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