Presseerklärung des Deutschen Instituts für Jugend und Gesellschaft (DIJG)

Betreff: Antwort des hessischen Sozialministers Stefan Grüttner auf die Kleine Anfrage des Abgeordneten Kai Klose

 

Das DIJG bekennt sich zu einer offenen und toleranten Gesellschaft, in der die Würde jedes Menschen als höchster Wert gilt und die Selbstbestimmung des Einzelnen gewährleistet wird.

Für die Minderheit in der Minderheit

Seit vielen Jahren setzt sich das DIJG für jene Minderheit innerhalb der Minderheit homosexuell empfindender Menschen ein, die sich mit einem homosexuellen Lebensstil nicht identifizieren kann oder will.

Auf der Webseite des DIJG heißt es:
„Wir respektieren die Würde, Autonomie und den freien Willen jedes Menschen. Wir sind der Auffassung, dass homosexuell empfindende Menschen das Recht haben, eine homosexuelle Identität anzunehmen; sie haben aber ebenso das Recht, einen Weg der Veränderung zu gehen mit dem Ziel, ihr heterosexuelles Potential entfalten zu können.“

Das DIJG bietet keine Therapien an

Zu einer offenen Gesellschaft gehört eine ergebnisoffene Therapie. Das unterstützt das DIJG. Das DIJG bietet keine Therapien an. Es berät Ratsuchende ergebnisoffen und verweist auf Therapiemöglichkeiten.

Das DIJG setzt sich für Menschen ein, die ihre Homosexualität als „ichdyston“, d.h. als nicht stimmig für sie, als nicht zu ihnen gehörend, ansehen. Diese Menschen haben die Freiheit, wenn sie das möchten, auch therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen, etwa unter der offiziellen Diagnose „Ichdystone Sexualorientierung“ (ICD-10 F66.1).

In einer ergebnisoffenen Therapie muss ein Mensch ausloten dürfen, ob seine homosexuellen Gefühle möglicherweise lebensgeschichtlich bedingt sind oder mit ungelösten seelischen Konflikten zu tun haben. Diese können dann in der Therapie bearbeitet werden. Die dabei zur Anwendung kommenden Therapien sind allgemein anerkannte verhaltenstherapeutische, tiefenpsychologische und andere gebräuchliche Therapieverfahren und werden von anerkannten Therapeuten durchgeführt. In diesem Prozess können sich sexuelle Gefühle auch verändern.
Ein Verbot der Therapie von ich-dystoner Homosexualität wäre eine Bevormundung jedes Ratsuchenden und damit ein massiver Eingriff in die Selbstbestimmungs- und Freiheitsrechte jedes Bürgers. Wir halten solche paternalistischen Verbote für nicht vereinbar mit einem freiheitlichen Demokratieverständnis.

Der Grundsatz der Therapiefreiheit

Im Jahr 2008 haben sich 154 Ärzte, Psychologen, Psychiater und Psychotherapeuten an den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages gewandt mit der Bitte, das Recht homosexuell empfindender Menschen auf eine Therapie ihrer Wahl zu schützen. In der Stellungnahme des Bundesgesundheitsministeriums heißt es dazu: „Wenn homosexuell empfindende Menschen eine psychotherapeutische Behandlung wünschen oder in Anspruch nehmen, sind sie in der Wahl ihrer Therapie und ihres Therapeuten nicht eingeschränkt. Die Ziele einer Therapie werden grundsätzlich zwischen der Patientin oder dem Patienten und der Therapeutin oder dem Therapeuten vereinbart. Die Therapiefreiheit... ist verfassungsrechtlich durch Artikel 5 Absatz 3 Satz 1 (Freiheit der Wissenschaft) und Artikel 12, Absatz 1 Satz 1 (Berufsfreiheit) des Grundgesetzes geschützt.“ Diesem Grundsatz haben wir uns verpflichtet.

 

Eine freie Gesellschaft sollte Raum lassen für die Tatsache, dass es sehr unterschiedliche Auffassungen darüber gibt, was die Kernidentität des Menschen ausmacht und was Sinn, Ziel und Bestimmung menschlicher Sexualität ist.

 

Dr. med. Christl Ruth Vonholdt

Reichelsheim, den 4. Dezember 2012

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Fax: +49 (0) 6164 9308-30
E-Mail: institut@dijg.de

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