Pressemitteilung des DIJG zum defacto-Beitrag „Gefährliches Heilsversprechen – Wie religiöse Fundamentalisten Homosexuelle quälen“ vom 24.11.2013

Am 24. November 2013 strahlte der Hessische Rundfunk im landespolitischen Magazin „defacto“ einen Beitrag unter dem Titel „Gefährliches Heilsversprechen – Wie religiöse Fundamentalisten Homosexuelle quälen“ aus. Im Beitrag wird die ökumenische Kommunität Offensive Junger Christen - OJC e.V. und das Deutsche Institut für Jugend und Gesellschaft (DIJG) so dargestellt, als befürworteten sie Diskriminierung und Gewalt gegen Homosexuelle. Weiterhin wurde der Vorwurf erhoben, wir würden „unwissenschaftliche Therapien, [...] die schaden“, propagieren. Diese Vorwürfe weisen wir mit größtem Nachdruck zurück und nehmen dazu wie folgt Stellung:

1. Im defacto-Beitrag heißt es: Die Leiterin des DIJG Dr. med. Christl R. Vonholdt „verlangt das Recht, Homosexuelle als Kranke diskriminieren zu dürfen.“ Dies ist eine unwahre, verleumderische Behauptung. Dazu erklärt Dr. Christl Vonholdt: „Das DIJG respektiert Würde, Autonomie und freien Willen jedes Menschen. Homosexuell empfindende Menschen haben das Recht, eine selbstbestimmte, homosexuelle Identität anzunehmen. Jede Form von Gewalt, Diskriminierung oder Stigmatisierung von Menschen unterschiedlicher sexueller Orientierungen lehnen wir entschieden ab. Homosexuell Empfindende sind auch keine „Kranken“, das hat das DIJG nie behauptet. Es geht um die Frage nach subjektiv erlebtem, seelischem Leiden. Seelisches Leiden und seelische Schmerzen sind subjektive, dennoch reale Empfindungen, mit denen sich Ratsuchende an das DIJG wenden. Aus diesem Grund respektiert das DIJG den freien Willen von Menschen, therapeutische Angebote in Anspruch zu nehmen und das Ziel ihrer Therapie selbst zu wählen. In jeder Therapie geht es dabei um die Stärkung von Selbstkompetenz. Das DIJG bietet keine Therapien an.“

In Deutschland gibt es viele Anlaufstellen und Institutionen – meist staatlich gefördert –, die sich um die Rechte von homosexuell empfindenden Menschen kümmern und dabei gay-affirmative Therapien anbieten. Eine Minderheit unter den homosexuell Empfindenden erlebt ihre homosexuellen Gefühle als nicht zu ihnen gehörend (ichdyston) und fordert für sich das Recht, einen therapeutischen Weg zur Abnahme der homosexuellen Empfindungen gehen zu dürfen. Das DIJG setzt sich für die Rechte dieser Minderheit ein und fordert, dass diesen Menschen und ihren Wünschen mit demselben Respekt und dem gleichen Recht auf Selbstbestimmung begegnet wird.

2. Zum Engagement des DIJG für Freiheitsrechte und Selbstbestimmung gehört auch, dass wir jegliche Form von Diskriminierung und Gewalt ablehnen. Der Film suggeriert, dass unser Engagement für Menschen mit ichdystoner Homosexualität zur Verfolgung von Schwulen und Lesben führe. Dies ist eine böswillige Unterstellung und entbehrt jeder Grundlage. Im Gegenteil danken uns immer wieder Menschen für die Beratung und Unterstützung, die sie bei uns erfahren haben.

3. Im defacto-Beitrag bezeichnet Dr. med. Lieselotte Mahler Therapien als „Pseudotherapien“, die „unwissenschaftlich“ und schädlich seien. Menschen, die uns aufgrund ichdystoner Homosexualität aufsuchen, verweisen wir auf Wunsch an niedergelassene Therapeuten, mit denen die Klienten – unabhängig vom DIJG – ihre jeweiligen Therapieziele formulieren.

Das Argument, dass Therapien zur Abnahme homosexueller Empfindungen schädlich seien, ist wissenschaftlich nicht haltbar:

a) Die Amerikanische Psychologenvereinigung (APA) untersuchte 83 Studien zur Therapie mit dem Ziel einer Abnahme homosexueller Gefühle und räumt in ihrer letzten Stellungnahme (2009) ein, dass der Vorwurf der Schädlichkeit wissenschaftlich nicht zu belegen ist.1

b) Auch neue Studien, etwa die von Stanton L. Jones und Mark A. Yarhouse (2007, 2009) und die Dissertation von Elan Y. Karten (2010), erbrachten keinen Beleg für eine Schädlichkeit von Therapien mit dem Ziel der Abnahme homosexueller Gefühle.

© DIJG, 26. November 2013

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