Stellungnahme zu Vorwürfen der Landtagsfraktion der Grünen in Hessen

Die Landtagsfraktion der Grünen in Hessen (Meldung vom 11.04.2014) findet es „in hohem Maße Besorgnis erregend“, dass auf dem Kongress „Sexualethik und Seelsorge“ in Kassel vom 22.-24. Mai 2014 die Leiterin des Deutschen Instituts für Jugend und Gesellschaft (DIJG) Dr. med. Christl R. Vonholdt zu den Referenten gehört. Sie wird dort ein Seminar halten zum Thema „Als Menschenkinder in der Identität wachsen“. In der Meldung wirft die Landtagsfraktion Frau Dr. Vonholdt vor, dass sie zu den „Protagonisten der deutschen Konversionstherapeutenszene“ gehöre und Homosexualität für veränderbar halte.

 

Dazu erklärt die Leiterin des DIJG:

Wie schon mehrfach auf unserer Webseite veröffentlicht, wiederholen wir erneut:

Jeder Mensch hat das Recht, eine homosexuelle Identität anzunehmen und homosexuell zu leben.

Das DIJG setzt sich für eine Minderheit in der Minderheit ein: Wir setzen uns für diejenigen homosexuell empfindenden Männer und Frauen ein, die eine homosexuelle Identität für sich ablehnen, die sich mit einem homosexuellen Lebensstil nicht identifizieren können und möchten und die sich eine Abnahme ihrer homosexuellen Empfindungen wünschen.

Um dieser betroffenen Menschen willen setzt sich das DIJG für Selbstbestimmung und Freiheit ein. Dazu gehört auch die Freiheit, eine Therapie einzugehen mit dem legitimen Ziel der Abnahme homosexueller Empfindungen.

Bereits mehrfach hat das DIJG klargestellt, dass wir den Begriff „Konversionstherapie“, den die Grünen erneut in diffamierender Weise gegen uns verwenden, ablehnen. Der Begriff gehört zum Kampfvokabular von Kritikern von Therapien mit dem Ziel einer Abnahme homosexueller Empfindungen. Er suggeriert, es gebe eine direkte Veränderung von Homosexualität zu Heterosexualität. In Wirklichkeit geht eine Veränderung nur über eine konstruktive Bearbeitung lebensgeschichtlich bedingter seelischer Verletzungen.

Vor einem Jahr versuchten die Grünen im Bund vergeblich, Reorientierungstherapien für unter Achtzehnjährige verbieten zu lassen. In den USA hatten Homosexuellenaktivisten Ähnliches vor und sind damit jetzt in fünf Bundesstaaten nacheinander gescheitert.1

Aktuelle Studien zeigen, dass Homosexualität mehr fließend als festgefügt ist.

Zahlreiche Studien weisen zudem darauf hin, dass bei Klienten, die sich das wünschen, mit Hilfe geeigneter Therapien eine Abnahme homosexueller Empfindungen häufig möglich ist.

Therapien mit dem Ziel einer Abnahme homosexueller Empfindungen werden gelegentlich in dem Begriff „Reorientierungstherapien“ zusammengefasst. Dabei handelt es sich um die Beschreibung eines gewünschten Therapieziels. Als Therapiemethoden werden verschiedene Gesprächstherapien, übliche verhaltenstherapeutische, tiefenpsychologische und psychoanalytisch orientierte Methoden eingesetzt, zunehmend auch moderne Traumatherapien wie etwa EMDR.

Eine der Grundregeln der Reorientierungstherapien ist es zu lernen, sich der homosexuellen Gefühle nicht zu schämen, sondern sie als Sprungbrett zu nutzen, um herauszufinden, ob unter den sexuellen Gefühlen noch andere Gefühle liegen. Männer beispielsweise mit ichdystonen homosexuellen Empfindungen erleben diese als wichtigen „Seismographen“, der ihnen einen Weg zu tieferen Gefühlen zeigt, häufig zu ungestillten emotionalen Bedürfnissen nach Zugehörigkeit zur Männerwelt, nach Wertschätzung und Annahme durch Männer und nach Selbstvergewisserung der eigenen männlichen Identität. So beginnt möglicherweise ein Weg der Veränderung.

Die These der Grünen, solche Therapien seien „gefährlich“ ist absurd. Sie entbehrt jeder sachlichen Grundlage und ist wissenschaftlich nicht haltbar. Gut belegt ist allerdings, dass Männer mit homosexuellem Verhalten ein 40-fach höheres Risiko als andere Männer haben, sich mit HIV zu infizieren.2 Das unterstreicht die Legitimität eines Therapieziels der Abnahme homosexueller Empfindungen, wenn der Einzelne das möchte.

Das DIJG bietet keine Therapien an, wir weisen aber auf Therapiemöglichkeiten hin. Grundsätzlich gilt dabei: Die Ziele einer Therapie werden individuell zwischen Klient und Therapeut vereinbart. Da hat niemand hineinzureden.

Zur Erklärung des Weltärztebundes, auf die die Meldung der Grünen verweist, hat das DIJG im Januar 2014 zwei ausführliche Stellungnahmen veröffentlicht:

» NARTH-Stellungnahme zur Erklärung des Weltärztebundes vom Oktober 2013

» Stellungnahme des DIJG zur Pressemitteilung des Bundesärztekammer Oktober 2013 sowie zur Antwort der Bundesregierung vom Februar 2008 auf die Kleine Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen

 
Im Übrigen: Mein Seminar „Als Menschenkinder in der Identität wachsen“ auf dem Kongress „Sexualethik und Seelsorge“ hat die allgemeine frühkindliche Entwicklung und aktuelle Bindungsforschung zum Thema. Es orientiert sich an der Grundthese Martin Bubers, dass der Mensch am Du zum Ich wird.

16.04.2014 – Dr. med. Christl R. Vonholdt

 

Anmerkungen

1 http://www.voiceofthevoiceless.info/truth-wins-out-illinois-becomes-fifth-state-to-reject-change-therapy-ban-bill/
[Zugriff am 16. April 2014]

2 US-Centers for Disease Control and Prevention, November 2012 [Zugriff am 16. April 2014]

Kontakt

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Deutsches Institut für Jugend und Gesellschaft (DIJG)
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Postfach 1220
D-64382 Reichelsheim
Tel: +49 (0) 6164 9308-211
Fax: +49 (0) 6164 9308-30
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