Stellungnahme zur Gesetzesinitiative

„Akzeptanz und Wertschätzung statt Pathologisierung und Diskriminierung: Menschen in ihrer sexuellen Orientierung und geschlechtlichen Identität stärken - „Konversionstherapien“ verbieten“

vom 4. April 2019

Dazu nimmt das DIJG wie folgt Stellung:

Der Begriff „Konversionstherapie“ ist nicht definiert und damit ungeeignet als Grundlage für ein Gesetz.

„Konversionstherapie“ ist ein ideologisch aufgeladener Begriff, der suggeriert, dass Homosexuelle durch therapeutische Intervention in Heterosexuelle „umgewandelt“ werden sollen. Eine „Konversion“ in diesem Sinne kann Therapie nicht leisten.

Der Gesetzentwurf sieht vor, dass Menschen mit konflikthaft erlebter homosexueller Anziehung nur „gay-affirmativ“, zur Annahme einer homosexuellen Identität begleitet werden sollen. Eine therapeutische Begleitung sollte jedoch grundsätzlich die Wünsche, Ziele und Werte des Klienten bzw. der Klientin respektieren und von Seiten der therapeutischen Begleitung ergebnisoffen sein. Diese gesetzliche Initiative stellt deswegen einen unangemessenen Eingriff in die Therapiefreiheit und eine grobe Einschränkung der Persönlichkeitsrechte des Klienten dar.

Das DIJG setzt sich für Selbstbestimmung und Freiheit eines jeden ein. Dazu gehört auch die Freiheit, eine seelsorgerliche oder therapeutische Begleitung in Anspruch zu nehmen, mit dem legitimen selbstgewählten Ziel, Konflikte in der eigenen sexuellen Orientierung zu bearbeiten. Das DIJG ist allerdings keine therapeutische Einrichtung und hat Therapien weder angeboten noch durchgeführt.

Wir distanzieren uns ausdrücklich von jeder Diskriminierung homosexuell orientierter Menschen. Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass homosexuell empfindende Menschen eine homosexuelle Identität annehmen und einen Lebensstil wählen können, der ihrer sexuellen Selbstbestimmung entspricht. Wir bestehen zugleich darauf, dass auch jenen Menschen Respekt gebührt, die homosexuelle Gefühle aus persönlichen Gründen nicht als konstituierend für ihre Identität betrachten und in ihrem Wunsch, nicht homosexuell zu leben, therapeutische Unterstützung in Anspruch nehmen wollen. In unserer sich als frei und tolerant verstehenden Gesellschaft umfasst das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung ein weites Spektrum von Lebensentwürfen, bis hin zu dem Recht, die eigene Geschlechtsidentität unabhängig vom biologischen Geschlecht zu definieren und sowohl das soziale als auch das körperliche Erscheinungsbild unter Umständen durch medizinische und therapeutische Intervention dem empfundenen Geschlecht anzugleichen. Zu diesem umfassenden Recht auf sexuelle Selbstbestimmung steht die Zielsetzung im Widerspruch, den Wunsch Einzelner nach einem heterosexuellen Lebensentwurf zu diskreditieren und durch ein Gesetz, das eine therapeutische Unterstützung dieses Wunsches generell unter Verbot stellt, zu kriminalisieren.

DIJG, 11. April 2019

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