JONAH - Jüdische Menschen suchen neue Alternativen zur Homosexualität

Arthur Goldberg und die Organisation JONAH

Vorgestellt von Christl R. Vonholdt

Im Folgenden wird die Organisation JONAH und ihr Mitbegründer Arthur Goldberg vorgestellt. Bis heute ist JONAH die einzige Organisation, die aus einer jüdischen Perspektive Menschen, die mit ungewünschter Homosexualität kämpfen und Wege zur Abnahme ihrer homosexuellen Neigung suchen, und ihre Familien begleitet. Ein Ziel von JONAH ist es, in jüdischen Familien und Gemeinden ein tieferes Verständnis für die Homosexualität zu wecken und zur Versöhnung von Mann und Frau und in Familien beizutragen. JONAH begleitet auch Menschen in Deutschland.

Arthur Goldberg, J.D. ist promovierter Jurist. Er war Professor für Rechtswissenschaften an der Universität Connecticut und stellvertretender Justizminister von New Jersey (USA). Er ist Mitbegründer und Direktor von JONAH (Jews Offering New Alternatives to Homosexuality) und gehört heute zum wissenschaftlichen Beirat des Deutschen Instituts für Jugend und Gesellschaft (DIJG). Arthur Goldberg ist verheiratet, hat vier erwachsene Kinder und sechs Enkelkinder. In den 1960er und 70er Jahren engagierte er sich für die schwarze Bürgerrechtsbewegung in den USA. Er organisierte Sit-ins, schrieb zahllose Zeitungsartikel und reiste durchs Land, um sich bei Demonstrationen für die Rechte schwarzer US-Bürger einzusetzen. Als Rechtsanwalt arbeitete er für die damals wichtigste schwarze Bürgerrechtsbewegung in den USA, die NAACP (National Association for the Advancement of Colored People). In den 1970er und 80er Jahren kämpfte er für das Recht der Juden auf Auswanderung aus der Sowjetunion. 1998 gründete er dann gemeinsam mit Elaine S. Berk die Organisation JONAH: Jews Offering New Alternatives to Homosexuality, in deutsch: Juden informieren über neue Alternativen zur Homosexualität.1 Zusammen mit Frau Berk leitet er bis heute die Organisation.

Wie kam es dazu?

Für Arthur Goldberg ist die Arbeit in JONAH die natürliche Weiterentwicklung seiner früheren gesellschaftlichen Engagements. „Ich habe mich immer für die Benachteiligten eingesetzt“, erklärt er. „Heute werden homosexuell empfindende Menschen, die nicht homosexuell leben möchten, sondern konstruktive Auswege aus der Homosexualität suchen, ausgegrenzt. Der Mainstream der Gesellschaft hat kein Verständnis für sie oder belächelt ihre Wünsche nach Veränderung; Therapeuten lehnen es ab, sich ihnen zu widmen; die Homosexuellenbewegung stigmatisiert sie als Verräter der politischen Homosexuellen-Agenda. An wen können sie sich wenden, wenn sie Probleme haben?“   

Die Arbeit von JONAH

Ursprünglich wurde JONAH gegründet, um vor allem Familienangehörige von homo-sexuell Empfindenden zu beraten. Davor hatten jüdische Familien wenig Möglichkeiten, sich über Homosexualität zu informieren. Doch schnell mussten Dr. Goldberg und Frau Berk erkennen, dass in der jüdischen Welt ein sehr großer Bedarf an sachgerechten Informationen über Homosexualität bestand. Nicht nur Fami-lienangehörige und Verantwortliche in jüdischen Gemeinden, sondern zahlreiche Menschen, die selbst betroffen waren, wandten sich an JONAH mit der Bitte um Hilfe.  

JONAH ist heute eine internationale gemeinnützige Organisation, die jüdische Gemeinden weltweit informiert über

• Ursachen und Veränderungsmöglichkeiten homosexueller Empfindungen

• therapeutische, geistliche und andere Maßnahmen, die zu einer Abnahme homo-sexueller Empfindungen führen können 

• Präventionsmöglichkeiten.

JONAH vertritt die Auffassung, „dass homosexuelles Begehren mit entsprechender Hilfe verringert oder überwunden werden und anschließend eine schon immer vorhandene Heterosexualität entwickelt werden kann.“2  

„Unsere jüdischen Rabbiner … weisen darauf hin, dass Eltern, Lehrer und Seelsorger eine besondere Verantwortung dafür tragen, Menschen, die innerlich mit ungewünschten homosexuellen Gefühlen kämpfen, zu informieren und ihnen beizustehen. Sie haben auch die Aufgabe aufzuzeigen, wie sie einen Weg aus der Homosexualität heraus finden können,“ heißt es im Grundsatzstatement auf der JONAH-Website.3 

Die Arbeit von JONAH erstreckt sich heute über alle fünf Kontinente und in zwölf Länder. Im Lauf der Jahre wurde von JONAH ein nationales und internationales Netzwerk von Psychotherapeuten und Rabbinern, die psychologische und geistliche Begleitung für den Veränderungsprozess einer homosexuellen Orientierung anbieten, aufgebaut. Der Hauptsitz der Organisation ist in Jersey City, nahe New York. Ein Büro in Jerusalem ist geplant.

In den Räumen in Jersey City arbeiten vier Therapeuten, die neben der direkten Therapie auch weltweit Telefonberatung und kontinuierliche Telefontherapien anbieten. Das wird immer häufiger gebraucht, da viele Menschen in ihrer Umgebung keinen Therapeuten mehr finden, der sie beim Erreichen ihrer persönlichen Lebensziele unterstützt. 

In Jersey City befindet sich auch das Forschungsinstitut von JONAH, das „Institute for Gender Affirmation“ inklusive einer Bibliothek mit jüdischer und säkularer Literatur.

In Jersey City oder Manhattan bietet JONAH Selbsthilfegruppen für betroffene Männer, Ehefrauen und Familienangehörige an. Betroffene Männer können sich zudem über ein geschütztes Internet-Forum miteinander austauschen. Eine Gruppe für betroffene Frauen ist geplant.

Der Beratungsansatz

Nach Ansicht von JONAH sind es vor allem tiefliegende Kindheitsverletzungen, die zur Entstehung homosexueller Neigungen beitragen. 

„Niemand wird homosexuell geboren. Wir betrachten Homosexualität als eine emotionale ’Anpassung’. Sie ist eine Reaktion auf in der Kindheit erlittene seelische Verletzungen – sei es in den Primärbeziehungen, oft in der Beziehung zum gleichgeschlechtlichen Elternteil, oder in den Beziehungen zur peer group, den gleichaltrigen Geschlechtsgenossen. Gerade weil es eine emotionale ’Anpassung’ an erlittenen Schmerz ist, ist auch eine Auflösung möglich,“ so Goldberg.

In einem Vortrag führte Arthur Goldberg seinen Standpunkt weiter aus:

„Homosexuelle Empfindungen manifestieren sich zwar in der Gegenwart, gehen aber auf die Erfahrung von Verletzungen (tatsächliche oder so wahrgenommene) zurück, die viele Jahre zuvor gemacht wurden. Aus solchen Erfahrungen in der Kindheit sind negative emotionale Muster entstanden, die bis in die Gegenwart hinein nicht abgelegt wurden. Wenn betroffene Menschen dann in der Gegenwart unter emotionalen Stress kommen – sei es durch das Erleben von emo-tionalem „Hunger“, sei es, weil sie Zorn, Wut oder Einsamkeit empfinden – geht der Schmerz für sie sofort an den Kern ihres männlichen Selbstwertgefühls. Sie verlieren schnell das Empfinden für ihre Männlichkeit oder die innere Verbindung damit. Der homosexuell empfindende Mann hat dann den unwiderstehlichen Zwang zu wiederholen, was ihm „Trost“ zu sein scheint: Er sucht ein Erleben (in der Fantasie oder Realität), das seinen empfundenen Mangel an männlichem Selbstwertgefühl ausgleichen könnte. Da homosexuell empfindende Männer eine Vielzahl negativer Gefühlsmuster aus der Vergangenheit in sich gespeichert haben, haben sie ein permanentes Verlangen nach etwas „Positivem“, meist suchen sie dies in der sexuellen Nähe zu einem anderen Mann. (…) Diese in der Gegenwart empfundenen, aber aus früheren Verletzungen stammenden, negativen emotionalen Muster halten das homosexuelle Begehren am Laufen. Doch wenn die Muster von innen heraufgebrochen werden – das ist möglich, wenn ein Mann sich ihnen offen stellen kann – lässt die homosexuelle Anziehung nach, ein heterosexuelles Empfinden kann an ihre Stelle treten.“4  

 Ein Schwerpunkt von JONAH ist die intensive Beratungstätigkeit über Email. Das ist wichtig, so Goldberg, „für alle, die in abgelegenen Gegenden wohnen, die sich keine Therapie leisten können, die tägliche Unterstützung brauchen oder die gerade erst davon gehört haben, dass eine homosexuelle Ausrichtung verändert werden kann und die deshalb mehr über den Prozess der Veränderung wissen möchten.“

Ehe und Familie

Ehe und Familie sind von zentraler Bedeutung für jüdisches Leben. 40 Prozent der Betroffenen, die sich an JONAH wenden, sind verheiratet. JONAH möchte dazu beitragen, dass Ehen und Familien erhalten bleiben und Familienverletzungen heilen können. 

Auf der Website von JONAH beschreibt eine Ehefrau, was es für sie bedeutet, dass ihr Mann (Shmuel) sich auf den Weg der Veränderung begeben hat: „Am meisten hat mir geholfen, dass Shmuel jetzt endlich bereit war, mich in jeder erdenklichen Hinsicht miteinzubeziehen. Natürlich braucht er seine Privatsphäre. Er braucht das „Gesehen-werden“ von Männern, das kann ich ihm nicht geben und das hat ihm ja so lange gefehlt. Es ist doch einer der Gründe, warum er eine homosexuelle Anziehung entwickelt hat. Dennoch bezieht er mich mit ein, wo immer er kann. Wir reden viel miteinander... Shmuel arbeitet intensiv an seiner Veränderung. Er hätte denken können: ’Vergiss es. Es ist zu schwer. Vergiss die Gefühle deiner Frau… vergiss die Familie…’ Aber stattdessen hat er sich entschieden, intensiv an sich zu arbeiten. (…) Ich kann nichts tun, um seine Gefühle zu verändern. Das kann er nur selbst. Ich kann ihn aber unterstützen. Ich kann ihn abends in seine Männergruppe gehen lassen, ohne mich zu beklagen, dass er dann so spät nachhause kommt. Es fällt ihm nicht leicht, zwei Abende in der Woche für die Männergruppe einzusetzen – manchmal ist er drei Abende weg, wenn auch noch seine Therapiestunde abends ist. Aber er tut es für uns! Das vergesse ich manchmal… Ich bin durch viele widerstreitende Gefühle gegangen und habe sie immer noch… Ich war mir aber immer sicher, dass ich für ihn bin. Seit ich die Ursachen seiner emotionalen Probleme verstehe, weil ich mich damit befasst und darüber gelesen habe, habe ich auch mehr Verständnis für seine gelegentliche Distanz zu mir.“5 

Die Eltern von Söhnen und Töchtern, die homosexuell leben, ermutigt JONAH, ihren Kindern Liebe und Zuwendung zu schenken, ohne dabei das homosexuelle Verhalten gutzuheißen. Für eine mögliche Veränderung ihrer Kinder, so Goldberg, sollten Eltern immer offen sein, sie sollten aber nie Druck ausüben.

Die Seminare

Jede Überzeugung muss ihren Test in der Praxis bestehen. Seit vielen Jahren engagiert sich Arthur Goldberg deshalb als Coach und Mentor bei den Wochenendseminaren „Journey into Manhood“ (Reise zur Männlichkeit), „Call to the Shofar“ (Ruf der Posaune) und „Shabbaton“. Die Seminare wurden für Männer mit ich-dystoner Homosexualität entwickelt, die „ernsthaft selbst-motiviert“6 sind und Wege zur Überwindung ihrer homosexuellen Neigungen suchen. Bei den letzteren Programmen kommt ein explizit jüdisch-religiöser Bezug hinzu.

Arthur Goldberg erklärt: „Wenn sich jemand für ein homosexuelles Leben entscheidet, so fällen wir darüber kein Werturteil. Es gibt heute aber eine vergessene Minderheit, die verzweifelt Hilfe sucht und deren Anliegen lächerlich gemacht wird: Menschen, die ihre homosexuelle Anziehung als unvereinbar mit ihren tiefsten Wünschen ansehen. 

Wir selbst haben eine jüdische Perspektive, wir glauben an die Weisheit der Thora und daran, dass Mann und Frau füreinander geschaffen sind. Die Angebote von JONAH stehen aber allen Menschen offen. Es nehmen daran auch Christen, Muslime, Menschen anderer Religionszugehörigkeit oder ohne Religionszugehörigkeit teil.“ 

Bei den Wochenendseminaren kommen auf 30 Teilnehmer 20 Mentoren. Es geht darum, „sich tief vergrabenen Schmerzen zu stellen, auf authentische Weise die eigenen Kern-Bedürfnisse nach Liebe, Angenommensein und Männlichkeit zu beantworten – und das andere loszulassen.“7  

Im Ansatz gehen die Seminare davon aus, dass der homosexuellen Neigung ungestillte emo-tionale Kern-Bedürfnisse zugrunde liegen, die positiv beantwortet werden müssen, wenn es zu einem echten „Herauswachsen“ aus der Homosexualität kommen soll und nicht einfach zur Unterdrückung der Gefühle. Bei diesen Bedürfnissen geht es um das Gesehen- und Angenommenwerden als Mann, um väterliche und brüderliche Wertschätzung und um das Gefühl der Zugehörigkeit zur Männerwelt. Gleichzeitig geht es um das Loslassen defensiver Abwehrmechanismen, die eine authentische Verbindung mit anderen Männern bisher erschwert oder verunmöglicht haben. 

Da homosexuelle Neigungen zudem ihren Ursprung in einem Bindungsmangel in der Kindheit haben, geht es bei den Wochenenden um neue, positive Bindungen zu Männern. Schmerz kann heilen, wenn ein betroffener Mann seinen Schmerz zulassen kann und dabei gleichzeitig ein Gehaltensein durch die Männer in der Gruppe erfährt. 

„Die Seminare“, so Goldberg, „bieten Unterstützung und fordern heraus. Wo brüderliche Vertrautheit und Verbundenheit zu anderen Männern zunimmt, wächst die innere Männlichkeit im betroffenen Mann. Dieser hat dann kein Bedürfnis mehr, Männlichkeit zu erotisieren und bei anderen zu suchen.“

Arthur A. Goldberg, J.D.

Promovierter Jurist, ehemaliger Professor für Rechtswissenschaften an der Universität Connecticut und stellvertretender Justizminister von New Jersey (USA). Mitbegründer und Ko-Direktor von JONAH (Jews Offering New Alternatives to Homosexuality), Geschäftsführer und Vorstandsmitglied von NARTH, Präsident von PATH und Beiratsmitglied des DIJG.  

Das neue Buch

Gerade ist das erste Buch von Arthur Goldberg erschienen:  Light in the Closet: Torah, Homo-sexuality, and the Power to Change”8

Es ist eine Zusammenschau von jüdischer Anthropologie einerseits und fundierter psychologischer Wissenschaft andererseits. Aus dieser Perspektive heraus beschreibt Arthur Goldberg den Veränderungsprozess einer homosexuellen Orientierung hin zur Geschlechterkomplemen-tarität.  

Dr. med. Christl Ruth Vonholdt

Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, Leiterin des Deutschen Instituts für Jugend und Gesellschaft. Arbeitsschwerpunkte: Identität, Identitätsentwicklung, Bindungstheorien, Sexualität, Auseinandersetzung mit den Gender-Theorien, christliche Anthropologie.

Anmerkungen

1 www.jonah.web.org

2 www.jonah.web.org/sections.php?secId=11

3 www.jonah.web.org/sections.php?secId=2

4 Adaptiert nach einem Vortrag, gehalten auf der Jahreskonferenz von NARTH 2007, siehe 

www.narth.com/docs/GoldbergBeyondTherapy.pdf, S. 138.

5 www.jonah.web.org/sections.php?secId=31

6 www.peoplecanchange.com/JIM_announce.htm

7 www.peoplecanchange.com

8 Goldberg, A., Light in the Closet: Torah, Homosexuality, and the Power to Change, Red Heifer Press, Beverly Hills 2008, siehe: www.redheiferpress.com/catalog.htm