Anmerkungen zur Homosexualität

Christl Ruth Vonholdt

Der folgende Text stellt einige in der Öffentlichkeit weniger bekannte Fakten und Hinweise zur Homosexualität zusammen.

Ist Homosexualität angeboren?

Als 1993 der homosexuell lebende Forscher Dean Hamer eine kleine Untersuchung über einen möglichen Zusammenhang zwischen homosexuellen Empfindungen und einem Gen veröffentlichte, titelten führende Medien weltweit ähnlich wie der SPIEGEL: „Gen für Homosexualität entdeckt.“ Viele glaubten das. Hamer selbst formulierte viel vorsichtiger: „Wir wussten, dass Gene nur ein Teil der Antwort sind. Wir nahmen an, dass auch die Umwelt eine Rolle bei der sexuellen Orientierung spielt, wie sie es bei den meisten, wenn nicht sogar bei allen Verhaltensweisen tut.“1

Es gehört zu den Grundsätzen wissenschaftlicher Forschung, dass Daten zunächst von anderen Forschergruppen bestätigt werden müssen, bevor sie als bedeutsam gelten können. Schon 1999 konnte eine kanadische Forschergruppe, die eine größere Untersuchung durchführte, die Ergebnisse der Hamer-Studie nicht mehr bestätigen: „Da unsere Studie größer... angelegt ist, hätten wir sicher einen genetischen Einfluss feststellen müssen. Unsere Daten können das Vorhandensein eines Gens…, das die sexuelle Orientierung wesentlich beeinflussen würde, nicht stützen.“2 Auch danach noch fahndeten Forscher intensiv, doch immer vergeblich, nach einem Homosexuellen-Gen. Im August 2010 gab endlich auch der SPIEGEL zu: „Das postulierte Schwulen-Gen hat sich trotz intensivster Suche bis heute nicht finden lassen.“3

Niemand wird schwul oder lesbisch geboren. Das belegen auch Hirn- und Zwillingsforschung.

Vor allem die Hirnforschung von Simon LeVay, einem Forscher, der sich zur Homosexuellenbewegung zählt, wird in der Presse häufig so dargestellt, als sei darin die Angeborenheit von Homosexualität bewiesen. LeVay dagegen stellte klar: „Es ist wichtig zu betonen, was ich nicht fand. Ich habe nicht nachgewiesen, dass Homosexualität genetisch ist und habe auch keine genetische Ursache für Homosexualität gefunden. Ich habe nicht nachgewiesen, dass homosexuelle Männer so geboren sind – der häufigste Fehler, der bei der Interpretation meiner Forschung gemacht wird. Ich habe auch kein homosexuelles Zentrum im Gehirn gefunden.“4


In Australien wurde (2002) eine anonyme Befragung aller im nationalen Zwillingsregister aufgelisteten Zwillinge durchgeführt. Da eineiige Zwillinge zu 100% dasselbe Erbgut haben, wäre bei einer Angeborenheit von Homosexualität zu erwarten: Wenn einer homosexuell ist, muss der andere auch homosexuell sein. Die Übereinstimmungsrate müsste 100 oder annähernd 100% betragen. Tatsächlich betrug die Übereinstimmungsrate aber nur 11% bei den Männern und 14% bei den Frauen. In den allermeisten Fällen unterschieden sich also eineiige Zwillinge in ihren sexuellen Neigungen. Das ist ein starkes Argument dafür, dass die individuell erlebte Umwelt eine wichtige Rolle in der Entwicklung zur Homosexualität spielt.


Auch eine neue finnische Studie (2008), die im Umfang noch größer als die australische ist, bestätigt: Der genetische Einfluss ist gering und wo er besteht, ist es nur ein indirekter Einfluss, etwa im Sinne einer angeborenen Neigung, sehr sensibel auf die Umwelt zu reagieren. Individuell erlebte Umweltfaktoren spielen die größte Rolle.5 Ein Beispiel: Wenn aufgrund äußerer Umstände einer der beiden Zwillinge eine tiefe Bindungsverletzung in seiner frühen Beziehung zum Vater erlebt, wird er möglicherweise später homosexuelle Neigungen entwickeln, sein Zwillingsbruder aber nicht.

Martin Dannecker, Professor für Sexualwissenschaften und führender Sexualwissenschaftler in Deutschland, der sich selbst zur Homosexuellenbewegung zählt, hat die Forschung so zusammengefasst: „Alle in der Vergangenheit angestellten Versuche, die Homosexualität biologisch zu verankern, müssen als gescheitert bezeichnet werden. Auch in allerjüngster Zeit wurden einmal mehr beträchtliche Forschungsanstrengungen unternommen, das ausschließliche sexuelle und erotische Interesse am eigenen Geschlecht als biologisch determiniert nachzuweisen… Diese Forschungen haben bislang nicht zu tragfähigen und konsistenten Resultaten geführt.“6

 

Homosexualität ist wesentlich entwicklungsbedingt

Vieles spricht dafür, dass eine homosexuelle Anziehung in einem komplexen Entwicklungsprozess erworben wird. Dabei spielen biologische Faktoren wie eine angeborene hohe Sensibilität oder bestimmte Temperamentseigenschaften des Kindes (bei einem Jungen etwa geringere Aggressivität, geringere Robustheit) oft mit eine Rolle. Komplexe Beziehungserfahrungen, insbesondere wie ein Kind seine Umwelt erlebt und diese Erlebnisse für sich deutet, sind aber entscheidender.

Biographien homosexuell empfindender Menschen zeigen immer wieder, dass homosexuelle Neigungen ihre Wurzeln oft in der frühen Kindheit haben. Sie liegen in (vom Kind so erlebten) frühen Bindungs- und Beziehungsverletzungen, insbesondere was die Bindung zum gleichgeschlechtlichen Elternteil angeht.

In der Pubertät können die aus diesen Beziehungs- und Bindungsverletzungen herrührenden, ungestillten emotionalen Bedürfnisse nach Zuwendung, Angenommensein und Wertschätzung durch den gleichgeschlechtlichen Elternteil sexualisiert und auf Menschen des eigenen Geschlechts übertragen werden. So sucht ein homosexuell empfindender Jugendlicher oder Mann beispielsweise im homosexuellen Kontakt unbewusst männliche Wertschätzung, eine Bindung an einen „väterlichen“ Freund oder ein Gehaltenwerden und Anerkennung durch einen „besten“ Freund. Möglicherweise sucht er im anderen auch ein Stück „unbeschwerte Jugend“, die er selbst nie erleben konnte.

Verschiedene Experten weisen für die Entwicklung zur männlichen oder weiblichen Homosexualität auf die Rolle von chronischen, frühen Traumata hin, die zu einer Störung im normalen Bindungssystem des Kindes geführt haben.7

So schreibt der Psychotherapeut Joseph Nicolosi, der weit über 1000 homosexuell empfindende Männer therapeutisch begleitet hat, dass die Kindheit dieser Männer entscheidend durch „eine Ansammlung früher, seelischer Kern-Verwundungen“ geprägt wurde. „Ich bin überzeugt“, so Nicolosi, „dass Homosexualität nicht nur eine Abwehr gegen männliche Minderwertigkeitsgefühle ist, sondern auch eine Abwehr gegen ein Trauma, das die Kernidentität verletzt hat.“8

Ähnliches gilt für das Mädchen und die Frau. Oft sucht eine Frau in der homosexuellen Beziehung die Liebe ihrer Mutter oder ein „Zuhause“, das ihr die Mutter in der frühen Kindheit nicht ausreichend geben konnte. Frauen, die in ihrer frühen Entwicklung traumatisiert wurden, suchen möglicherweise unbewusst, in der homosexuellen Verbindung diese Verletzung „wiedergutzumachen“.

Doch kann sexuelles Verhalten seelische Verletzungen nicht heilen und ungestillte emotionale Bedürfnisse auch nicht stillen.

Aufgrund ihrer Kindheitserfahrungen haben viele homosexuell Empfindende ein beständiges Gefühl des Nicht-Genügens und der Nicht-Zugehörigkeit. In der Adoleszenz versuchen die Jungen deshalb, im homosexuellen Kontakt ihre eigene Männlichkeit zu „vervollständigen“; die Mädchen versuchen, Anteil an der Weiblichkeit anderer zu erhalten. Durch sexuellen Kontakt und Vereinigung mit einer gleichgeschlechtlichen Person hoffen sie, sich für kurze Zeit „ganz“ zu fühlen.

Die heterosexuelle Entwicklung eines Jungen setzt voraus, dass er sich in einer bestimmten frühen Entwicklungsphase als „anders“ als die Mutter erlebt und zwar als „so wie der Vater“. Dazu braucht er eine positive Verbindung zum Vater. Bindungsverletzungen in der frühen Beziehung zum Vater, die verhindern, dass der Junge voller Stolz sagen kann: „Ich möchte werden wie der Vater“, können dazu führen, dass er in seiner zu entwickelnden Männlichkeit verunsichert wird. In der Folge fühlt er sich nicht nur vom Vater entfremdet, sondern auch von den gleichaltrigen Kameraden. Beides kann seine Verunsicherung in Bezug auf seine Identität als Junge verstärken. In der Pubertät beginnt er zu bewundern, woran er den Anschluss nicht gefunden hat: die männliche Welt. Diese Bewunderung nimmt erotische Züge an. Mit den stärksten ihm zur Verfügung stehenden Gefühlen, den sexuellen, versucht er, seine größte emotionale Not zu lindern: Im Sex sucht er Anschluss an die Männlichkeit. Männlichkeit wird begehrt, weil sie nicht genügend verinnerlicht werden konnte.

Noch einmal Joseph Nicolosi: „Erwachsene, die sich als ‚schwul’ bezeichnen, haben weite Teile ihrer Kindheit in emotionaler Isolation gelebt – innerlich isoliert von anderen, insbesondere vom Vater und den gleichgeschlechtlichen Kameraden. In der Familie hatten sie häufig die Rolle des braven Jungen.“ Noch bevor ein Junge homosexuelle Gefühle entwickelt, hat er sich – aus der Verletzung heraus – „vom Vater, von anderen Jungen und [damit] auch vom eigenen männlichen Körper sowie vom ersten Symbol seiner Männlichkeit, dem Penis, emotional abgekoppelt… Homosexuelles Verhalten ist die Suche nach dem eigenen verlorenen männlichen Selbst.“9

Wenn ein Mädchen in der Familie keine echte Wertschätzung für Weiblichkeit erlebt (oft durch Vater und Mutter), kann es sein, dass es sich mit dem Männlichen überidentifiziert. Dadurch kann es aber seine eigene Weiblichkeit nicht voll entfalten. Als erwachsene Frau sucht sie dann in der Homosexualität eine Verbindung zur Weiblichkeit.

Möglicherweise lag beim homosexuell empfindenden Mann in der Kindheit auch eine zu enge Mutter-Sohn-Beziehung vor. Die Mutter hat die natürlichen Autonomiebestrebungen des Jungen durch Liebesentzug bestraft; eine positive Vaterfigur als Identifikationsobjekt war entweder nicht da oder für den Jungen nicht attraktiv genug, um ihn aus der engen Beziehung zur Mutter herauszulösen. Das kann zur Folge haben, dass der Jugendliche unbewusst Ängste vor weiblicher Vereinnahmung hat, und es ihm auch später nicht gelingt, eine befriedigende Beziehung zu einer Frau aufzubauen. Als Reaktion flieht er in homosexuelle Kontakte.10

Wenn eine Frau in der Kindheit sexuellen oder emotionalen Missbrauch oder körperliche Misshandlung durch einen Mann erlebt hat, kann es sein, dass sie jede Intimität mit einem Mann meidet und Homosexualität die einzige Sexualität für sie ist, in der sie sich „sicher“ fühlt.

Sexueller Missbrauch

Neben heterosexuellem Missbrauch, der in den Lebensgeschichten lesbischer Frauen eine Rolle spielt,11 zeigt eine neuere Untersuchung: Homosexueller Missbrauch in Kindheit und Teenageralter ist bei Männern und Frauen, die später homosexuell leben, häufiger zu finden als bei heterosexuellen Männern und Frauen. Auffallend in der Untersuchung war: Viele der Jungen und Mädchen bezeichneten sich erst nach dem Übergriff als homosexuell.12

Eine andere Untersuchung zeigt: Die Wahrscheinlichkeit eines homosexuell lebenden Mannes, einen Jungen zwischen 12 und 15 Jahren zu missbrauchen, war fünfmal höher als die Wahrscheinlichkeit eines heterosexuell lebenden Mannes, ein Mädchen zwischen 12 und 15 zu missbrauchen.13

Da Kindheit und Jugend von später homosexuell empfindenden Menschen oft durch eine tiefe Einsamkeit geprägt ist, macht sie das möglicherweise anfälliger für heterosexuellen und homosexuellen Missbrauch. Ein Mann erzählt: „In meiner Familie gab es viele Probleme und ich war – zu Recht oder zu Unrecht – davon überzeugt, dass mein Adoptivvater mich nicht liebte. Auf jeden Fall tat er niemals etwas, das mir Wertschätzung gegeben hätte. Wenn ich nicht Liebe und Bestätigung von Männern gesucht hätte, hätte mich das Missbrauchserlebnis wohl abgestoßen. Aber ich war offen dafür und die Erfahrung, dass ein Erwachsener sich für mich interessiert, beeindruckte mich so tief, dass Männerfantasien Teil meines Lebens wurden.“14

Gesundheitliche Risiken

Homosexuelle Lebensstile bei Männern und Frauen sind mit einem höheren Risiko für verschiedene psychische Probleme und insbesondere bei Männern auch für körperliche Erkrankungen verbunden.

Zu den psychischen Problemen gehören eine höhere Rate an Depressionen, Angststörungen, Alkohol-, Drogen-, Medikamentenmissbrauch und Selbstmordgefährdung15. Homosexuelle Lobbygruppen behaupten oft, diese Probleme seien durch eine ablehnende Haltung der Gesellschaft gegenüber Homosexualität verursacht. Für diese Behauptung gibt es bisher keine Beweise. Vieles spricht dafür, dass die Probleme intrinsisch sind.16

Vielleicht kann man es damit vergleichen: In den 1970er Jahren behauptete man, Kinder würden dadurch traumatisiert, dass sie mit unglücklichen Eltern zusammenleben müssten. Eine Scheidung, bei der die Eltern offen und ehrlich zu ihren Gefühlen stehen könnten, sei für alle besser. Wenn die Kinder dann noch litten, sagte man, das sei, weil Scheidungen gesellschaftlich immer noch stigmatisiert seien. Man arbeitete daran, alle Stigmatisierung von Scheidungen abzuschaffen. Eine Folge war, dass Scheidungen zunahmen. Heute wissen wir, dass die Kinder – nicht selten ihr Leben lang – unter psychischen Problemen leiden, weil sich ihre Eltern geschieden haben. Scheidung an sich ist das Problem für Kinder!17

Obwohl westliche Gesellschaften heute toleranter gegenüber homosexuellen Lebensformen sind, zeigen neue Studien aus der Schweiz eine zunehmende Tendenz bei den psychischen Problemen von homosexuell Lebenden.18

Hinzu kommt bei Menschen, die homosexuell leben eine höhere Gefährdung für promiskes und zwanghaftes sexuelles Verhalten und innerhalb männlicher Partnerschaften wohl auch eine höhere Gefährdung für Gewalt.19

Neue Befragungen aus den USA weisen darauf hin: Jugendliche die sich als homosexuell oder bisexuell bezeichnen, konsumieren häufiger Drogen und Alkohol, zeigen häufiger gewaltbereites Verhalten und sind häufiger Opfer und Täter bei sexuellen Verabredungen.20

Zu den Risiken für die körperliche Gesundheit gehören vor allem sexuell übertragbare Erkrankungen inklusive AIDS. Nach aktuellen Informationen des Robert Koch Instituts Berlin betreffen 68% der HIV-Neuinfektionen Männer, die Sex mit Männern haben.21

Ist Homosexualität veränderbar?

Niemand hat homosexuelle Empfindungen gewählt. Eine homosexuelle Identität (ich bin schwul, ich bin lesbisch) ist aber sehr wohl gewählt.
Oft wird sie gewählt, weil Menschen nie die Chance hatten zu hören, dass ihre homosexuellen Gefühle auch auf ungelöste Identitätskonflikte und Beziehungsverletzungen aus der Kindheit hindeuten können. Sie erfahren nicht, dass eine therapeutische Arbeit an diesen Konflikten möglicherweise zu einer Abnahme homosexueller Gefühle führen kann.

Menschen, die sich eine Abnahme ihrer homosexuellen Empfindungen und Veränderung hin zur Heterosexualität wünschen, sagen, dass Homosexualität nicht stimmig für sie ist: „Ich bin nicht homosexuell, ich habe homosexuelle Gefühle. Diese Gefühle weisen nicht auf meine Identität, sondern auf etwas Ungelöstes in meinem Leben.“

Seit vielen Jahrzehnten sind therapeutische Ergebnisse zur Veränderung homosexueller Neigungen in der wissenschaftlichen Literatur dokumentiert. Zahlreiche Studien zeigen dabei im Schnitt einen Wechsel von der Homosexualität zur Heterosexualität bei etwa 30 Prozent der Klienten.22

Männer und Frauen, die ihre Homosexualität als ungewünscht erleben und sich Veränderung hin zu einer reifen Heterosexualität wünschen, brauchen dazu eine starke Motivation, ein klares Ziel für ihr Leben, das feste Vorhaben, homosexuelles Verhalten aufzugeben und die persönliche Stärke, sich emotional den eigenen Lebenswunden zu stellen.

Therapeutische Erfahrungen scheinen darauf hinzuweisen, dass Menschen, die ein inneres Bild einer gesunden Ehe und Familie in sich tragen, sich eher verändern können.

Homosexuelle Lobbygruppen fordern immer wieder ein Verbot von Therapien zur Veränderung von Homosexualität. Doch gibt es dafür weder eine ethische noch eine wissenschaftliche Grundlage.

Der prominente Psychologe der Amerikanischen Psychologenvereinigung APA, Rogers H. Wright, schreibt: „Homosexuelle Gruppen in der APA haben immer wieder versucht, die APA zu Ethik-Richtlinien zu überreden, wonach Psychotherapien zur Abnahme homosexueller Empfindungen verboten werden sollen. Die Gruppen behaupten, solche Therapien seien erfolglos und würden dem Klienten schaden. Psychologen, die diese Auffassung nicht teilen, werden als homophob verunglimpft. Das ist sehr besorgniserregend, denn diese Gruppen wollen dem Klienten das Recht nehmen, sein Therapieziel und seinen Therapeuten selbst zu wählen. Dabei werden die Fakten geleugnet, wonach Psychotherapien zur Abnahme homosexueller Empfindungen für Klienten, die sich das wünschen, erfolgreich sein können.“23

2009 veröffentlichten Forscher Ergebnisse der seelsorgerlich ausgerichteten, christlichen Selbsthilfeorganisation Exodus International. Diese Organisation unterstützt betroffene Menschen, die sich eine Abnehme ihrer homosexuellen Empfindungen und eine Entwicklung ihres heterosexuellen Potentials wünschen. Nach einem längeren, mehrjährigen Weg hatten 29% der Studienteilnehmer eine erhebliche Abnahme ihrer homosexuellen Gefühle erreicht. Weitere 23% hatten zusätzlich eine heterosexuelle Anziehung entwickelt. Insgesamt hatten also über 50% der Teilnehmer eine erhebliche Abnahme ihrer homosexuellen Gefühle erreicht.24

Einige Menschen, die keine oder nur eine geringe Veränderung in ihren Gefühlen erreichen, wählen einen Weg der Abstinenz. Sie sind überzeugt, dass homosexueller Sex ihre tiefste Identität als geschlechtliche Person, als Frau oder Mann, nicht widerspiegeln kann. Homosexuelles Verhalten steht für sie nicht im Einklang mit ihrem Körper, ihrer Leiblichkeit, und macht deshalb für sie keinen Sinn. Aus Respekt vor sich selbst möchten sie auf homosexuellen Sex verzichten.

Coming-out bei Jugendlichen?

Jugendlichen, die häufig oder gelegentlich homosexuelle Gefühle haben, wird heutzutage fast immer zu einem Coming-out geraten. Tatsächlich aber sollten Pädagogen und Berater dringend davor warnen. Die Studie des homosexuell lebenden Forschers Gary Remafedi weist daraufhin: Je früher ein Coming-out stattfand, desto höher war das Risiko eines Selbstmordversuchs. Je später, desto geringer. Mit jedem Jahr Aufschieben des Coming-out in Richtung Erwachsenenalter sank das Suizidrisiko25. Das ist zwar zunächst nur ein statistischer Zusammenhang, ein kausaler lässt sich aber nicht ausschließen.

Coming-out bedeutet eine Festlegung als „schwul“ oder „lesbisch“. Jugendliche spüren, dass diese Festlegung ein sehr großer Verzicht ist: Sie verzichten auf die Möglichkeit, innerhalb einer liebevollen Beziehung Leben zeugen, empfangen und weitergeben zu können. Ein Coming-out schließt eine Tür, die sonst vielleicht noch offen geblieben wäre. Es nimmt Jugendlichen jede Hoff nung auf Veränderung.

Jugendliche mit homosexuellen Empfindungen brauchen Zuwendung und angemessene, sachkundige Hilfe, aber keine Einladung zum Coming-out.

Untersuchungen (2007) belegen auch: Die meisten Teenager, die anfangs überzeugt sind, sie seien homosexuell und würden es immer bleiben, finden im Lauf ihrer Reifeentwicklung spontan zu einer gefestigten heterosexuellen Identität.26
Ein Coming-out kann diese Entwicklung empfindlich stören oder blockieren. Erste sexuelle Erfahrungen können sehr prägend sein. Sexuelle High-Gefühle wollen Wiederholung. Wiederholung wird zur Gewohnheit und Gewohnheiten hinterlassen Spuren im Gehirn. Was zu Beginn vielleicht befremdlich war, wird zu einem immer schwerer abzulegenden Verhaltens- und Reaktionsmuster. In der Aufforderung zum Coming-out werden Jugendliche verführt, Entscheidungen zu treffen, deren Auswirkungen sie nicht übersehen können.

Gleichzeitig ist die bisher beobachtete Reifeentwicklung hin zu einer gefestigten Heterosexualität wohl auch kein Automatismus. Jugendliche brauchen dazu Orientierung. Sie brauchen Erwachsene, die ihnen glaubwürdig vorleben, dass sich ein Ausstrecken nach der Ehe lohnt, denn diese hat doch ein einzigartiges Potential, Frieden zwischen den Geschlechtern und Generationen zu stiften.


© DIJG Oktober 2011

Anmerkungen

1 Copeland, P., Hamer, D., The Science of Desire. New York, 1994, S. 82. Die Untersuchung bezog sich auf das X-Chromosom.

2 Rice, G. et al, Male Homosexuality: Absence of Linkage to Microsatellite Markers at Xq28. Science, Vol. 284, 1999, S. 667.

3 DER SPIEGEL,11.8.2010 www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,711227,00.html Zugriff 29.09.2011

4 Nimmons, D., Sex and the brain, in: Discover, März 1994, S. 66. Kursiva hinzugefügt.

5 Bailey, M., et al., Genetic and environmental influences on sexual orientation and its correlates in an Australian twin sample. J of Personality and Social Psychology, 78, 2000, S. 524-536. Whitehead, N., Latest twin study confirms genetic contribution is minor, narth.com/2010/12/latest-twin-study-confirms-genetic-contribution-to-ssa-is-minor-2/ Zugriff 29.09.2011

6 Dannecker, M., Sexualwissenschaftliches Gutachten zur Homosexualität. In: Basedow, J.: Die Rechtsstellung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften, Tübingen 2000, S. 339.

7 Z.B. Moberly, E., Homosexuality: a new Christian ethic. Cambridge 1983.

8 Nicolosi, J., Shame and Attachment Loss, 2008, S. 31.

9 Nicolosi, J., Gay as self-reinvention www.josephnicolosi.com/gay-as-self-reinvention/ Zugriff 29.09.2011

10 Siehe dazu auch: Cohen, R., Coming out straight, Winchester 2000.

11 Eine Zusammenstellung der Studien hierzu in Hallman, J., The heart of same-sex attraction, Downers Grove, 2008.

12 Tomeo, M., Comparative data of childhood and adolescence molestation in heterosexual and homosexual persons. Arch. Sex. Behavior, 30, 5, 2001, S. 535-541.

13 McCarrol, J., Comparison of U.S. army and civilian substantiated reports of child maltreatment. In: Childhood Maltreatment 9, 1, 2004, S. 103-110.

14 Mosen, N., Symposium in Reichelsheim 1994.

15 Hierzu gibt es eine Fülle von Daten. Z.B. Sandfort, T. et al., Same-sex sexual behavior and psychiatric disorders. Arch. Gen. Psych. 58, 2001, S. 85-91.
Eine Zusammenstellung von Daten findet sich im Journal of Human Sexuality, I, 2009, S. 53-87, hrsg. von NARTH. Ebenso: Whitehead, N., Homosexuality and co-morbidities: research and therapeutic implications. In: Journal of human sexuality, II, 2010, S. 124-175.

16 Whitehead, N., Homosexuality and co-morbidities, ebd.

17 Diesen Hinweis verdanke ich Jeffrey Satinover: The biological research on homosexuality, www.narth.com/docs/bioresearch.htm Zugriff 30.09.2011

18 Siehe: Schwule gesundheitlich stärker angeschlagen, NZZ online vom 20.07.2011 www.nzz.ch/nachrichten/panorama/gesundheitszentrum_schwule_1.11518539.html Zugriff 29.09.2011.

19 Island, D. et al., Men who beat the men who love them, New York 1991.Whitehead, N., Homosexuality and co-morbidities. A.a.O.

20 CDC: Sexual identity, sex of contacts, and health-risk behaviors among students in grades 9-12, 10.06.2011 www.cdc.gov/mmwr/pdf/ss/ss6007.pdf Zugriff 03.10.2011. Siehe auch: Harvey, L., Wrong diagnosis, wrong cure for “gay“ youth, WorldNetDaily, 21.06.2011. www.wnd.com/index.php Zugriff 29.09.2011.

21 Epidemiologisches Bulletin 21/2011, Robert Koch Institut Berlin, 30.05.2011, Seite 1.

22 Zusammenfassung in Deutsch: NARTH, Können Reorientierungstherapien erfolgreich und gewinnbringend sein?

23 Wright, R., et al, Destructive Trends in Mental Health, 2005, S. xxx (sic!), ins Deutsche frei übertragen.

24 Jones, S., Ex-Gays? – An extended longitudinal study of attempted religiously mediated change in sexual orientation. wthrockmorton.com/wp-content/uploads/2009/08/Jones-and-Yarhouse-Final.pdf

25 Remafedi, G., Risk factors in attempted suicide in gay and bisexual youth. Pediatrics, 87, 6, 1991, S. 869-874.

26 Savin-Williams RC., Prevalence and stability of sexual orientation components during adolescence and young adulthood. Arch Sex Behaviour 36, 2007, 385-394.